GP Türkei 2007: Massa siegt erneut, Reifenschaden stoppt Hamilton
Felipe Massa gewann den GP Türkei 2007 von der Pole vor Räikkönen. Ein Reifenschaden kostete Hamilton das Podium, Alonso rückte auf fünf Punkte heran.

GP Türkei 2007: Massa wiederholt seinen Istanbul-Sieg
Felipe Massa gewann den GP Türkei 2007 von der Pole-Position und holte damit einen Doppelsieg für Ferrari. Zweiter wurde Kimi Räikkönen, der auch die schnellste Runde fuhr. Dritter war Fernando Alonso im McLaren. Die Entscheidung über das Podium fiel 15 Runden vor Schluss: An Lewis Hamiltons Wagen löste sich der rechte Vorderreifen auf, und der WM-Führende fiel vom dritten auf den fünften Platz zurück.
Für Massa war es auf dem Istanbul Park der zweite Sieg in Folge und laut Wikipedia sein fünfter Grand-Prix-Sieg. Alle fünf hatte er von der Pole aus geholt. Die Strecke bezeichnete er später als den Ort, an dem seine Karriere die Wende genommen hatte.
Der Start: Räikkönen schnappt sich Hamilton, Alonso fällt zurück
Massa kam von Startplatz 1 gut weg und behielt die Führung. Dahinter zog Räikkönen von Startplatz 3 an Hamilton vorbei auf Platz 2. Laut crash.net standen beide McLaren auf der schmutzigen Seite der Startaufstellung. Für Alonso lief es noch schlechter: Er ging von Platz 4 ins Rennen und verlor gleich beide BMW Sauber von Robert Kubica und Nick Heidfeld. Damit lag er auf Platz 6 und hing hinter Heidfeld fest. Nach der ersten Runde fehlten ihm laut crash.net schon 3,5 Sekunden auf die Ferraris, und in Runde 3 hätte er seinen Wagen beinahe verloren.
In Kurve 1 schob Giancarlo Fisichella (Renault) den Toyota von Jarno Trulli in einen Dreher. Trulli fiel ans Ende des Feldes zurück. Anthony Davidson (Super Aguri) war als Elfter gestartet und rutschte auf Platz 14 ab. Laut grandprix.com kam er bis Runde 24 nicht an Vitantonio Liuzzi (Toro Rosso) vorbei.
Boxenstopps und Strategie: Ferrari auf Soft, McLaren auf Hart
Die beiden Spitzenteams gingen unterschiedliche Wege: Laut grandprix.com starteten die Ferraris auf der weichen und die McLaren auf der härteren Reifenmischung. Wie in dieser Zeit üblich, entschied vor allem die Tankfüllung über die Länge der Stints.
Kubica kam als Erster aus der Spitzengruppe an die Box, laut crash.net am Ende der 13. Runde. Dadurch fiel er zunächst zurück. Heidfeld stoppte am Ende von Runde 18, Alonso eine Runde später. Obwohl sein Stopp langsamer war, kam der Spanier vor beiden BMW wieder auf die Strecke. Die erste Stopprunde brachte ihm also die Plätze zurück, die er beim Start verloren hatte.
Massa stoppte nach Räikkönen und blieb vorn. Hamilton war länger draußen, übernahm in Runde 20 kurz die Führung und machte dann seinen Stopp. Danach führte Heikki Kovalainen im Renault für eine Runde. Laut crash.net lag er damit zum zweiten Mal in seiner Karriere in Führung. Ab Runde 22 war Massa wieder vorn. Auch beim zweiten Stopp kam er laut Wikipedia nach seinem Teamkollegen an die Box und hielt Räikkönen so hinter sich. In der zweiten Stopprunde übernahm Alonso in Runde 43 für eine Runde die Spitze, dann führte wieder Massa bis ins Ziel.
Hamiltons Reifenschaden: Das Rennen um das Podium ist entschieden
Hamilton hatte später gestoppt als die beiden Ferraris und kam damit an Räikkönen heran. Überholen konnte er ihn aber nicht, also lief es auf Platz 3 hinaus. In Runde 43 kam dann der Schaden, den grandprix.com auf diese Runde datiert: Bei hohem Tempo löste sich in Kurve 9 die Lauffläche seines rechten Vorderreifens ab. Die losen Gummiteile zerstörten laut crash.net die Endplatten am Frontflügel. Hamilton fuhr in die Auslaufzone und schleppte sich mit flatterndem Reifen an die Box. Dabei wäre er laut grandprix.com fast in die Mauer gefahren.
Nach dem Reifenwechsel lag er hinter Alonso und Heidfeld. Mit dem beschädigten Flügel musste er sich in den letzten Runden gegen Kovalainen wehren, kam aber knapp vor dem Finnen ins Ziel. Vorn blieb es ruhig: Massa gewann mit 2,275 Sekunden Vorsprung auf Räikkönen, Alonso kam 26,181 Sekunden hinter dem Sieger ins Ziel. Räikkönen fuhr in der vorletzten Runde mit 1:27,295 Minuten die schnellste Runde des Rennens.
Dahinter holte Nico Rosberg im Williams den siebten Platz. Er hatte Kubica überholt, der nach seinem zweiten Stopp am Ende von Runde 37 zurückgefallen war und als Achter gerade noch einen Punkt rettete. David Coulthard (Red Bull) wurde Zehnter. Laut crash.net hatte er schon in der Einführungsrunde Getriebeprobleme gehabt.
Ausfälle, Gewinner und Verlierer in Istanbul
Es gab nur zwei Ausfälle:
- Mark Webber (Red Bull) schied nach 9 Runden mit einem Hydraulikdefekt aus. Laut crash.net war es schon sein fünfter Ausfall der Saison.
- Adrian Sutil (Spyker) blieb nach 53 Runden wegen zu geringen Benzindrucks stehen.
Gewinner des Tages war neben Massa vor allem Jenson Button. Er startete im Honda von Platz 21 und kam als 13. ins Ziel. Mit acht Positionen machte er die meisten Plätze im Feld gut. Sein Teamkollege Rubens Barrichello war wegen eines Motorwechsels zehn Plätze nach hinten versetzt worden und machte fünf Positionen gut. Ralf Schumacher (Toyota) gewann vier. Heidfeld holte als Vierter fünf Punkte und war damit der beste Fahrer hinter den beiden Topteams.
Verlierer war neben Webber vor allem Trulli: Nach dem Dreher in Kurve 1 kam er nur als 16. ins Ziel, sieben Plätze hinter seinem Startplatz. Hamilton und Kubica verloren je drei Positionen. Der junge Sebastian Vettel kam im Toro Rosso mit einer Runde Rückstand als 19. ins Ziel.
WM-Stand nach dem GP Türkei 2007: Alonso rückt an Hamilton heran
Im WM-Stand 2007 blieb Hamilton mit 84 Punkten vorn. Alonso kam aber auf 79 Punkte heran, und vor dem Rennen hatte der Abstand laut Wikipedia noch sieben Punkte betragen. Massa zog mit 69 Punkten an Räikkönen (68) vorbei auf Platz 3. Heidfeld blieb mit 47 Punkten Fünfter. Fünf Rennen vor Schluss konnten also noch vier Fahrer Weltmeister werden. Für Alonso war es außerdem laut crash.net sein 100. Grand Prix.
In der Konstrukteurswertung führt unser Datenstand Ferrari mit 137 Punkten vor BMW Sauber (77) und Renault (36). McLaren steht dort mit null Punkten. Das ist eine spätere Entwicklung: Am 13. September 2007 schloss der FIA-Motorsport-Weltrat den Rennstall wegen der Spionageaffäre um vertrauliche Ferrari-Daten aus der Konstrukteurswertung 2007 aus. Hamilton und Alonso behielten ihre Fahrerpunkte (laut Autosport).
Drei Wochen vorher in Ungarn war Hamilton der große Sieger gewesen. In Istanbul zeigte sich, wie schnell sich das ändern kann: Ein Reifenschaden genügte, und der Titelkampf war wieder offen.
Quellen
- Ergebnis und Daten GP Türkei 2007 – formel-1-livestream.de
- 2007 Turkish Grand Prix – Wikipedia
- Turkish GP 2007 – Race report: Felipe stakes his claim – grandprix.com
- Turkey 2007: Massa wins, Hamilton tyres out – crash.net
- McLaren lose 2007 points, fined $100m – Autosport