Rückblick · erstellt am · Rennen vom 5. August 2007

GP Ungarn 2007: Hamilton siegt nach dem Boxengassen-Eklat

Lewis Hamilton gewann den GP Ungarn 2007 knapp vor Kimi Räikkönen. Vorher sorgte der Streit im McLaren-Team für eine Strafe gegen Fernando Alonso.

Die Strecke Hungaroring in unserer 3D-Umgebung, ohne Fahrzeuge
Bild: Szene aus unserer 3D-Wiedergabe

GP Ungarn 2007: Hamilton gewinnt von der Pole-Position

Lewis Hamilton gewann den GP Ungarn 2007 auf dem Hungaroring vom Start bis ins Ziel. Für McLaren holte er damit seinen dritten Saisonsieg. Dahinter kamen Kimi Räikkönen im Ferrari und Nick Heidfeld im BMW Sauber aufs Podium. Räikkönen lag am Ende nur 0,715 Sekunden hinter Hamilton. Für die Schlagzeilen sorgte aber schon der Samstag: Nach einem Streit in der Boxengasse rutschte Hamiltons Teamkollege Fernando Alonso von der Pole auf Startplatz sechs zurück.

Der Qualifying-Eklat: Strafe für Alonso, keine Teampunkte für McLaren

Im McLaren-Team war die Stimmung schon vor dem Rennwochenende gespannt. Im dritten Qualifying-Abschnitt kochte der Streit dann über. Laut Team hatte Hamilton sich nicht an die Absprache gehalten, Alonso zu Beginn der Phase zum Spritverbrennen vorbeizulassen. Dadurch stimmte die Reihenfolge der beiden Autos für die letzten Boxenstopps nicht mehr. Bei diesem Stopp blieb Alonso mit frischen Reifen stehen, obwohl die Mechaniker ihm zeigten, dass er losfahren sollte. Hamilton musste hinter ihm warten und kam zu spät los, um noch eine letzte schnelle Runde zu fahren. Alonso gab bei den Rennkommissaren an, er habe noch nach seinen Reifen gefragt.

Die Kommissare versetzten Alonso um fünf Plätze nach hinten, Hamilton übernahm die Pole. Außerdem durfte McLaren in diesem Rennen keine Punkte für die Konstrukteurswertung sammeln. Auch Giancarlo Fisichella (Renault) wurde um fünf Plätze zurückversetzt, weil er im ersten Qualifying-Abschnitt Sakon Yamamoto behindert hatte. Er startete deshalb als 13.

Auch Ferrari erlebte ein chaotisches Qualifying. Felipe Massa wurde im zweiten Abschnitt ohne Benzin aus der Box geschickt und musste zurückgeholt werden. Seine Reifen kühlten dabei ab, und er schied aus. Das bedeutete Startplatz 14.

Rennverlauf: Hamilton gegen Räikkönen um den Sieg

Hamilton kam gut los und behielt die Führung. Räikkönen startete von der sauberen Seite der Strecke und ging sofort an Heidfeld vorbei, dessen Räder durchdrehten. In den ersten Runden fuhr Hamilton einige Sekunden heraus. Nach Runde 15 lag er laut grandprix.com 4,5 Sekunden vor dem Finnen. Dahinter hatte Heidfeld schon gut zehn Sekunden Rückstand. Um den Sieg ging es also nur zwischen den beiden Spitzenreitern.

Räikkönen kam danach immer näher. Nach den ersten Stopps lagen in der mittleren Phase des Rennens nur noch rund eine Sekunde zwischen den beiden. Laut crash.net meldete Hamilton am Funk ein Problem mit der Lenkung, fuhr aber trotzdem fehlerlos weiter. Räikkönen kam laut crash.net früher zu seinem zweiten Stopp, stand aber länger, sodass Hamilton nach seinem eigenen Stopp vorn blieb. In den letzten Runden war Räikkönen zwar oft weniger als eine Sekunde hinter ihm, doch an einen Angriff war auf dem engen Hungaroring kaum zu denken.

Hamilton führte alle Runden an. Das war 2007 bis dahin noch keinem Fahrer gelungen. Räikkönen fuhr in der letzten Runde die schnellste Rennrunde und holte sich damit wenigstens diese Bestmarke.

Alonsos Aufholjagd und die Strategie im Mittelfeld

Für Alonso lief der Start schlecht. Er kam schief vom Startplatz weg und wurde in der ersten Kurve von Nico Rosberg (Williams) aufgehalten. Danach überholten ihn noch Robert Kubica und Mark Webber (Red Bull). So fiel er auf Platz acht zurück. Webber und Kubica überholte er in den ersten Runden wieder, dann hing er lange hinter dem Toyota von Ralf Schumacher fest. Beim ersten Stopp stand Alonso laut crash.net 9,9 Sekunden. Schumacher kam eine Runde später zum Stopp und blieb danach vor ihm.

Erst beim zweiten Stopp kam Alonso an Schumacher vorbei. Danach profitierte er davon, dass Rosberg und Kubica ein drittes Mal stoppen mussten. Am Ende holte er Heidfeld noch ein, kam aber nicht mehr an ihm vorbei. Platz vier bedeutete fünf Punkte.

Ein Hingucker im Mittelfeld war Heikki Kovalainen. Er fuhr lange im ersten Stint und kam erst in Runde 27 zum Stopp. Davor lag er zwischenzeitlich auf Platz vier. Am Ende wurde er Achter und holte einen Punkt. Ralf Schumacher kam mit zwei Stopps als Sechster ins Ziel, vor Rosberg und Kovalainen, die beide dreimal gestoppt hatten. *Einordnung:* Es sollten seine letzten WM-Punkte in der Formel 1 bleiben.

Ausfälle beim GP Ungarn 2007: Yamamoto, Button, Davidson, Liuzzi

Vier Fahrer kamen nicht ins Ziel:

  • Sakon Yamamoto (Spyker) fuhr sein erstes Rennen für das Team und schied nach vier Runden mit einem Unfall aus. Er hatte sich gedreht und war in die Reifenstapel gerutscht.
  • Jenson Button (Honda) hatte das Rennen im Vorjahr gewonnen. Diesmal stellte er sein Auto nach 35 Runden mit einem Defekt am Gas ab.
  • Anthony Davidson (Super Aguri) kollidierte nach 41 Runden mit Fisichella, der gerade aus der Box kam. Die Hinterradaufhängung war beschädigt, und Davidson musste aufgeben.
  • Vitantonio Liuzzi (Toro Rosso) schied nach 42 Runden mit einem elektrischen Defekt aus.

Ein Safety-Car brauchte es nicht. Die übrigen 18 Fahrer kamen ins Ziel.

Gewinner, Verlierer und WM-Stand nach dem GP Ungarn

Im Feld machten Takuma Sato (Super Aguri, Platz 15), Sebastian Vettel (Toro Rosso, Platz 16) und Adrian Sutil (Spyker, Platz 17) die meisten Plätze gut: jeweils vier. Vettel fuhr in Ungarn sein erstes Rennen für Toro Rosso. Das Team hatte den Wechsel wenige Tage vorher bekannt gegeben. Zu den Verlierern gehörte Rosberg: Er startete als Vierter und kam als Siebter ins Ziel. Für Massa war das Wochenende ein Rückschlag. Er wurde nur 13. und war eine Runde zurück.

Im WM-Stand 2007 baute Hamilton seine Führung aus. Er hatte jetzt 80 Punkte, Alonso 73. Aus zwei Punkten Vorsprung vor dem Rennen wurden sieben. Räikkönen kam auf 60 Punkte und zog an Massa (59) vorbei auf Platz drei. Heidfeld folgte mit 42 Punkten. In der Konstrukteurswertung führte Ferrari mit 119 Punkten vor BMW Sauber mit 71. McLaren hat in unseren Daten keine Punkte. *Einordnung:* Im weiteren Verlauf der Saison wurde das Team wegen der Spionage-Affäre aus der Konstrukteurswertung 2007 ausgeschlossen.

Das Rennen zeigte, dass Hamilton schon als Neuling auch unter großem Druck fehlerlos fahren konnte. Gleichzeitig wurde sichtbar, wie tief der Graben zwischen ihm und Alonso inzwischen war.

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Ungarn 2007 – formel-1-livestream.de
  2. 2007 Hungarian Grand Prix – Wikipedia
  3. Hungarian GP 2007 – Race notes: Hamilton takes flag-to-flag victory in Hungary – grandprix.com
  4. Hungary 2007: Lewis calm after storm – crash.net
  5. Vettel joins Toro Rosso – grandprix.com

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