Rückblick · erstellt am · Rennen vom 22. Juli 2007

GP Europa 2007: Alonso besiegt Massa im Nürburgring-Regen

Fernando Alonso gewann den GP Europa 2007 nach Regenchaos und roter Flagge – entschieden durch ein Manöver gegen Felipe Massa fünf Runden vor Schluss.

Illustration (KI-generiert): Nürburgring um 2007 mit Rennwagen
KI-generierte Illustration

GP Europa 2007: Alonso gewinnt das Regenchaos am Nürburgring

Fernando Alonso gewann im McLaren den GP Europa 2007 am Nürburgring vor Felipe Massa im Ferrari und Mark Webber im Red Bull. Lange sah Massa wie der sichere Sieger aus. Gegen Rennende setzte jedoch erneut Regen ein, und fünf Runden vor Schluss ging Alonso außen in Kurve 5 an ihm vorbei. Davor hatte ein Wolkenbruch in der Anfangsphase das halbe Feld von der Strecke gespült und für die erste rote Flagge seit dem GP Brasilien 2003 gesorgt.

Qualifying und Start: Räikkönen auf Pole, Hamilton nur Zehnter

Im Qualifying sicherte sich Kimi Räikkönen die Pole-Position vor Alonso und Massa. WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton verunglückte im letzten Abschnitt, weil ein Rad nach einem Problem mit dem Schlagschrauber nicht richtig befestigt war. Er musste von Startplatz 10 losfahren. David Coulthard stand sogar nur auf Platz 20, nachdem Red Bull ihn im ersten Abschnitt zu spät auf die Strecke geschickt hatte.

Bei Spyker fehlte Christijan Albers, denn er hatte zugesagte Sponsorengelder nicht gezahlt. Für ihn kam Markus Winkelhock zu seinem ersten Formel-1-Start. Die Strecke war zum Start noch trocken, aber Regen war angesagt. Winkelhock ließ als Einziger in der Einführungsrunde Regenreifen aufziehen und startete deshalb aus der Boxengasse.

Vorne behielt Räikkönen die Führung vor Massa und Alonso. Dahinter gerieten die beiden Teamkollegen von BMW Sauber, Nick Heidfeld und Robert Kubica, schon in der ersten Runde aneinander. Hamilton war am Start stark nach vorn gekommen, fiel aber durch einen Reifenschaden nach dieser Kollision wieder zurück.

Wolkenbruch in Runde 1: Winkelhock führt, rote Flagge

Der Regen kam früher und heftiger, als die meisten Teams erwartet hatten. Fast das gesamte Feld steuerte die Box an. Räikkönen schoss über die Einfahrt hinaus und musste eine weitere Runde auf Trockenreifen drehen. Damit lag plötzlich Winkelhock vorne. Zum ersten Mal überhaupt führte ein Spyker einen Grand Prix an, und das ausgerechnet beim Debüt eines Deutschen am Nürburgring.

In der ersten Kurve bildete sich ein regelrechter Fluss. Nacheinander rutschten Jenson Button (Honda), Hamilton, Adrian Sutil (Spyker), Nico Rosberg (Williams) sowie die beiden Toro-Rosso-Piloten Scott Speed und Vitantonio Liuzzi ins Kiesbett. Für Button, Sutil, Rosberg, Speed und Liuzzi war das Rennen nach 2 Runden vorbei. Der Status lautet bei allen „Spun off“. Hamilton hatte mehr Glück: Ein Kran hob seinen McLaren zurück auf die Strecke, und er fuhr mit einer Runde Rückstand weiter.

Zuerst kam das Safety Car mit Winkelhock an der Spitze auf die Strecke, kurz darauf brach Rennleiter Charlie Whiting das Rennen mit der roten Flagge ab. Laut grandprix.com fiel diese Entscheidung in Runde 4.

Neustart hinter dem Safety Car: Massa übernimmt, Räikkönen fällt aus

Als der Regen nachließ, ging es hinter dem Safety Car weiter. Hamilton nutzte die Gelegenheit, seine verlorene Runde zurückzuholen, und wechselte früh auf Trockenreifen. Für die noch nasse Strecke war das zu früh, und er verlor erneut eine Runde. Nach dem Neustart ging Massa an Winkelhock vorbei und lag ab Runde 8 in Führung. Winkelhock war auf Regenreifen geblieben und hatte auf weiteren Regen gesetzt, doch der blieb aus. Nach 13 Runden schied er mit einem Hydraulikdefekt aus.

Als die meisten Fahrer auf Trockenreifen wechselten, führte Coulthard in Runde 13 für eine Runde. Danach hatte Massa das Rennen im Griff. Laut grandprix.com lag er in Runde 25 rund 4,8 Sekunden vor Alonso, Räikkönen folgte dicht dahinter. Nach 18 Runden war das Rennen für Ralf Schumacher (Toyota) beendet: Nach einer Berührung mit Heidfeld drehte er sich in der letzten Kurve ins Kiesbett. Heidfeld fuhr weiter. Nach 19 Runden stellte Takuma Sato (Super Aguri) seinen Wagen ab, laut Wikipedia wegen der Hydraulik.

Den schwersten Schlag musste Ferrari einstecken. Räikkönen war von der Pole gestartet und lag auf Platz 3, als er nach 34 Runden mit einem Hydraulikdefekt an die Box rollte.

Die Entscheidung im Schlussregen: Alonso überholt Massa

Nach den zweiten Stopps lag Massa laut grandprix.com in Runde 40 schon 7,2 Sekunden vor Alonso. Danach holte der Spanier auf, und in Runde 50 betrug der Rückstand nur noch 4,4 Sekunden. Dann zogen wieder dunkle Wolken auf. Heikki Kovalainen (Renault) setzte in Runde 49 als Erster auf Intermediates. Das kam zu früh und kostete ihn einen fast sicheren fünften Platz. Am Ende wurde er Achter.

Als der Regen tatsächlich einsetzte, kamen Massa und Alonso gemeinsam zum Reifenwechsel. Auf der rutschigen Strecke hatte Massa sichtbar mehr Probleme. Alonso fuhr außen in Kurve 5 neben ihn, die beiden Autos berührten sich, und ab Runde 56 lag der McLaren vorne. Alonso brachte den Sieg nach Wikipedia mit 8,155 Sekunden Vorsprung ins Ziel.

Das Duell ging auch nach der Zielflagge weiter. Vor der Siegerehrung stritten Alonso und Massa lautstark auf Italienisch über die Berührung.

Gewinner und Verlierer: Coulthard, Wurz und Webber glänzen

  • Mark Webber: Er startete als Sechster und holte Platz 3. Für ihn und für Red Bull war es erst der zweite Podestplatz. Webber lag zwar über eine Minute hinter Alonso, hielt aber bis ins Ziel den Druck von hinten aus.
  • Alexander Wurz: Der Williams-Pilot fuhr von Startplatz 12 auf Platz 4 und war damit 8 Positionen besser als beim Start. Laut grandprix.com fehlten ihm nur 0,2 Sekunden auf das Podium.
  • David Coulthard: Er war der große Aufsteiger des Tages und fuhr von Startplatz 20 auf Platz 5, also 15 Positionen nach vorn.
  • BMW Sauber: Nach der Kollision in der ersten Runde blieben für Heidfeld als Sechsten und Kubica als Siebten immerhin 5 Punkte.
  • Lewis Hamilton: Er wurde Neunter mit einer Runde Rückstand. Erstmals in seiner jungen Karriere holte er keine Punkte.
  • Kimi Räikkönen: Er verlor als Polesetter durch den Ausfall 13 Positionen und alle Punkte.

Auch Giancarlo Fisichella (10.), Rubens Barrichello (11.), Anthony Davidson (12.) und Jarno Trulli (13.) kamen ins Ziel, alle mit einer Runde Rückstand.

WM-Stand nach dem GP Europa 2007: Alonso rückt auf zwei Punkte heran

Alonso gewann, Hamilton ging leer aus. Dadurch schrumpfte der Abstand im McLaren-Duell auf ein Minimum: Hamilton führte mit 70 Punkten, Alonso hatte 68. Massa schob sich mit 59 Punkten auf Platz 3 vor Räikkönen mit 52, Heidfeld folgte mit 36 Punkten auf Platz 5. Webber verbesserte sich um vier Ränge auf Platz 10. Den kompletten WM-Stand 2007 findest du in unserem Archiv.

Der Nachmittag am Nürburgring brachte vieles zusammen: einen Debütanten in Führung, einen Kran, der den WM-Spitzenreiter zurück auf die Strecke hob, und einen Sieg, der erst im letzten Regenschauer entschieden wurde. Zugleich wurde sichtbar, wie angespannt der Titelkampf zwischen McLaren und Ferrari inzwischen war.

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Europa 2007 – formel-1-livestream.de
  2. 2007 European Grand Prix – Wikipedia
  3. European GP 2007 – Race notes: Alonso wins wild European GP – grandprix.com
  4. Alonso wins Euro GP thriller – Crash.net

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