Rückblick · erstellt am · Rennen vom 10. Juli 2005

GP Großbritannien 2005: Montoya holt ersten Sieg für McLaren

Juan Pablo Montoya gewann in Silverstone vor Fernando Alonso und Kimi Räikkönen: sein erster Sieg für McLaren, eingeleitet mit einem Angriff in Runde 1.

Montoyas erster McLaren-Sieg beim GP Großbritannien 2005

Beim GP Großbritannien 2005 auf dem Silverstone Circuit gewann Juan Pablo Montoya von Startplatz 3 aus. Es war sein erster Sieg für McLaren. Zweiter wurde Polesetter Fernando Alonso im Renault, Dritter Kimi Räikkönen, der von Platz 12 aus gestartet war. Entschieden hat Montoya das Rennen schon in der ersten Runde: Er ging erst an Jenson Button und dann an Alonso vorbei und gab die Spitze danach nur während der Boxenstopps kurz ab.

Das Rennen fand drei Tage nach den Terroranschlägen vom 7. Juli in London statt. Vor dem Start gab es eine Schweigeminute. Auf dem Podium verzichteten die drei Erstplatzierten aus Respekt vor den Opfern auf die Champagnerdusche.

Start in Silverstone: Montoyas Angriff vor Becketts

Die Startaufstellung hatte sich schon am Samstag verändert. Räikkönen war im Qualifying Zweiter geworden. Nach einem Motorschaden im Training am Samstagmorgen bekam er für den Motorwechsel aber eine Strafe von zehn Startplätzen. Dadurch rückte Jenson Button im BAR neben Alonso in die erste Reihe.

Kurz vor dem Start drückte Buttons Teamkollege Takuma Sato laut grandprix.com versehentlich den Killschalter statt eines Knopfes für die Motoreinstellungen. Sein BAR blieb stehen. Die Rennleitung startete das Rennen trotzdem und schickte danach das Safety Car auf die Strecke, damit der Wagen geborgen werden konnte. Laut grandprix.com dauerte die Safety-Car-Phase nur eine Runde. Sato ging aus der Boxengasse ins Rennen und lag sofort zwei Runden zurück.

An der Spitze nutzte Montoya seine Chance. Button und Jarno Trulli kamen laut grandprix.com auf der schmutzigen Seite der Startaufstellung schlecht weg. Montoya zog an Button vorbei und griff danach Alonso an. Die Quellen verorten das Manöver im Bereich Becketts. Montoya selbst sagte, er habe gewusst, dass er vor Becketts an Alonso vorbeimusste. Damit lag Montoya vorn. Dahinter überholten Rubens Barrichello und Giancarlo Fisichella den langsam gestarteten Trulli.

Boxenstopps und Verkehr: Wie Montoya Alonso hinter sich hielt

Über das ganze Rennen blieb der Abstand zwischen Montoya und Alonso klein. Das Duell entschieden am Ende die Überrundungen. Montoya kam laut Wikipedia in Runde 21 zum ersten Stopp, eine Runde früher als geplant, weil vor ihm langsamere Autos fuhren. Alonso blieb bis Runde 23 draußen, verlor laut racefans.net aber beim Überrunden von Jacques Villeneuve und David Coulthard Zeit. Nach Alonsos Stopp lag Montoya ganz knapp vor ihm. Laut grandprix.com war er gerade noch vor dem Renault an der ersten Kurve. Fisichella, der später stoppte, führte zwischendurch zwei Runden lang. Ab Runde 26 lag dann wieder Montoya vorn.

Danach fuhren die beiden dicht hintereinander. Bis zu den zweiten Stopps hatte sich Montoya laut grandprix.com sieben Sekunden Vorsprung herausgefahren. Er kam in Runde 44 an die Box, und Alonso übernahm die Führung. Der Spanier wollte die Extrarunden mit wenig Sprit nutzen, kam aber wieder nicht frei. Laut Wikipedia verlor er in Runde 49 beim Überrunden von Trulli Zeit. Alonso sagte selbst, er habe hinter zwei Autos über sechs, sieben Runden zwei bis drei Sekunden verloren. Nach seinem Stopp in Runde 49 kam er hinter Montoya zurück auf die Strecke. Ab Runde 50 führte Montoya bis ins Ziel und gewann mit 2,739 Sekunden Vorsprung.

Montoya hatte laut grandprix.com mit Untersteuern zu kämpfen. Er konnte deshalb nicht voll angreifen und musste vor allem auf die Reifen achten.

Räikkönens Aufholjagd und Fisichellas Pech beim zweiten Stopp

Räikkönen hatte nach dem ersten Stint schon einige Plätze gutgemacht. Dann hing er lange hinter Michael Schumacher im Ferrari und Trulli fest. Er klagte, dass man den Autos vor ihm in den schnellen Kurven kaum folgen könne. Laut racefans.net versuchte er es nach dem Restart in Becketts an Schumacher vorbei, kam aber nicht durch. Erst über die Boxenstopps kam er voran. Laut Wikipedia lag er in Runde 43 nach Buttons zweitem Stopp auf Platz 4.

Den Podestplatz verdankte er dann Fisichellas Pech. Der Italiener war auf dem Weg zu seinem ersten Podium seit dem Sieg beim Saisonauftakt in Australien, würgte aber beim zweiten Stopp in Runde 46 den Motor ab, als er die Box verlassen wollte. Fisichella gab dem Auto die Schuld. Räikkönen übernahm Platz 3, Fisichella blieb nur Platz 4. In der letzten Runde fuhr Räikkönen noch die schnellste Runde des Rennens. Mit 14,436 Sekunden Rückstand auf seinen Teamkollegen wurde er Dritter.

Gewinner, Verlierer und der einzige Ausfall in Silverstone

Gewinner des Tages:

  • Kimi Räikkönen: Er holte von Startplatz 12 aus Platz 3, also neun Plätze besser als beim Start. Kein anderer Fahrer machte mehr Plätze gut.
  • Felipe Massa: Der Sauber-Pilot fuhr von Startplatz 16 auf Platz 10 und gewann sechs Plätze. Für Punkte reichte das nicht, er wurde einmal überrundet.
  • Ralf Schumacher: Der Toyota-Fahrer holte den letzten Punkt als Achter. Laut grandprix.com half ihm die härtere Reifenmischung, mit der er besser zurechtkam als Teamkollege Trulli.

Verlierer des Tages:

  • Takuma Sato: Wegen seines Fehlers am Start ging er aus der Boxengasse los und wurde mit zwei Runden Rückstand 16. Das waren neun Plätze weniger als beim Start.
  • Jarno Trulli: Er startete von Platz 4, kam schlecht weg und wurde Neunter ohne Punkte.
  • Jenson Button: Beim Heimrennen fiel er von Startplatz 2 auf Platz 5 zurück.
  • Giancarlo Fisichella: Der abgewürgte Motor beim Stopp kostete ihn das Podium.

Die beiden Ferraris waren nicht schnell genug für die Spitze, kamen aber ohne Probleme ins Ziel. Schumacher wurde Sechster, Barrichello mit drei Stopps Siebter. Insgesamt hielten fast alle Autos durch. Der einzige Ausfall war Narain Karthikeyan im Jordan, der nach 10 Runden mit einem Elektrikdefekt aufgeben musste. Sein Teamkollege Tiago Monteiro wurde 17., vor den beiden Minardi-Piloten Christijan Albers und Patrick Friesacher. Die Williams-Fahrer Mark Webber und Nick Heidfeld wurden 11. und 12., Christian Klien im Red Bull 15. Alle drei waren überrundet.

WM-Stand nach dem GP Großbritannien 2005: Alonso baut Führung aus

Alonso holte als Zweiter 8 Punkte, Räikkönen als Dritter 6. Dadurch wuchs Alonsos Vorsprung in der WM-Wertung 2005 leicht. Er führte mit 77 Punkten vor Räikkönen mit 51 und Michael Schumacher mit 43. Barrichello war mit 31 Punkten Vierter, punktgleich mit Trulli. Montoya machte mit dem Sieg fünf Plätze gut und lag mit 26 Punkten auf Rang 6, direkt vor Fisichella und Heidfeld mit je 25 Punkten.

In der Konstrukteurswertung führte Renault mit 102 Punkten vor McLaren mit 87 und Ferrari mit 74. Mit dem Doppelpodium kam McLaren Renault näher.

Einordnung: Montoya war im Winter von Williams zu McLaren gewechselt und hatte bis dahin eine schwierige Saison. In Silverstone gewann er zum ersten Mal für das britische Team, und das gleich bei dessen Heimrennen. Für McLaren zeigte das Rennen, wie schnell das Auto war. Räikkönen hätte ohne die Motorstrafe vermutlich um den Sieg mitfahren können. Gleichzeitig zeigte es aber, warum McLaren trotzdem nicht näher an Alonso herankam: Wieder einmal kostete ein Motorschaden wertvolle Punkte. Alonso fuhr dagegen mit Platz 2 ein solides Ergebnis für seine WM-Führung ein.

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Großbritannien 2005 – formel-1-livestream.de
  2. 2005 British Grand Prix – Wikipedia
  3. British GP 2005 – Race report: Monty casino – grandprix.com
  4. 2005 British Grand Prix review – RaceFans

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