Rückblick · erstellt am · Rennen vom 12. Juni 2005

GP Kanada 2005: Räikkönen siegt nach Renault-Debakel

Kimi Räikkönen gewann in Montreal, nachdem beide Renault ausgefallen waren und Montoya wegen Rot an der Boxenausfahrt disqualifiziert wurde.

Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann

GP Kanada 2005: Räikkönen gewinnt das Ausscheidungsrennen von Montreal

Kimi Räikkönen gewann den GP Kanada 2005 für McLaren vom siebten Startplatz aus. Hinter ihm kamen die beiden Ferrari von Michael Schumacher und Rubens Barrichello ins Ziel. Auf dem Circuit Gilles Villeneuve fiel ein Spitzenreiter nach dem anderen aus, und am Ende lag die Führung bei dem Mann, der übrig geblieben war: Beide Renault schieden aus, Polesetter Jenson Button schlug ein, und Räikkönens Teamkollege Juan Pablo Montoya wurde nach einer Safety-Car-Phase disqualifiziert.

Start und erste Phase: Renault-Doppelführung vor Pole-Mann Button

Jenson Button hatte den BAR auf die Pole-Position gestellt, Michael Schumacher stand neben ihm. Beide kamen schlecht weg, und so lagen bis zur ersten Kurve die beiden Renault von Giancarlo Fisichella (Startplatz 4) und Fernando Alonso (Startplatz 3) vorne. Räikkönen ging außen an Schumacher vorbei und wurde Fünfter, der Ferrari-Pilot fiel auf Rang sechs zurück.

Gleich in der ersten Runde berührte Jacques Villeneuve im Sauber den BAR von Takuma Sato und musste für eine neue Nase an die Box. Damit war der Lokalmatador früh aus allen Rechnungen raus, er wurde am Ende Neunter mit einer Runde Rückstand.

In der ersten Phase gaben Fisichella und Alonso das Tempo vor, dahinter folgte Juan Pablo Montoya im zweiten McLaren. Schumacher kam schon nach 12 Runden zum ersten Stopp, Button nach 15. Alonso und Räikkönen tankten in Runde 24, Fisichella und Montoya eine Runde später. Montoya rutschte nach dem Stopp ins Gras, behielt aber seine Position. Räikkönen kämpfte das ganze Rennen über mit einem schief stehenden Lenkrad (Quellen 2, 3).

Doppel-K.o. für Renault: Hydraulik bei Fisichella, Mauer bei Alonso

Fisichella führte 32 Runden lang, dann streikte die Hydraulik an seinem Renault. In der folgenden Runde übernahm Alonso die Spitze, und auch Montoya ging an dem angeschlagenen Italiener vorbei. Lange konnte Alonso die Führung nicht genießen: Nach 38 Runden kam er in Kurve 4 zu weit nach außen, schlug in die Mauer ein und musste mit beschädigter Aufhängung aufgeben (Quelle 2). Ab Runde 39 führte Montoya, mit rund fünf Sekunden Vorsprung auf Räikkönen (Quelle 3).

Für Renault war das ein bitterer Nachmittag. Beide Autos hatten das Rennen bis dahin kontrolliert, aber das Team verließ Montreal ohne einen einzigen Punkt.

Safety Car, Rotlicht und die Disqualifikation von Montoya

Die entscheidende Szene kam nach Buttons Abflug. Der BAR-Pilot wurde von Schumacher gejagt, traf in der letzten Schikane den Randstein und flog in die berühmte „Wall of Champions“. Nach 46 Runden war sein Rennen vorbei. Er nahm die Schuld auf sich: „It was completely my mistake.“ (Quelle 3)

Das Safety Car kam heraus, als Montoya die Boxeneinfahrt gerade passiert hatte. McLaren holte deshalb Räikkönen sofort zum Tanken herein, Montoya musste noch eine Runde hinter dem Safety Car drehen. Bei seinem Stopp verlor er die Führung an Räikkönen, der ab Runde 49 vorne lag. Schlimmer noch: Montoya fuhr aus der Boxengasse, obwohl die Ampel am Ende der Boxenausfahrt Rot zeigte. Die Rennkommissare zeigten ihm die schwarze Flagge, nach 52 Runden war sein Rennen vorbei (Quellen 2, 3). Damit war der McLaren-Doppelsieg dahin, der zu diesem Zeitpunkt greifbar gewesen war.

Schlussphase: Schumacher drängt, Räikkönen hält stand

Nach dem Restart lag Räikkönen vor Michael Schumacher, aber leicht machte es der Ferrari-Pilot ihm nicht. Wenige Runden vor Schluss rutschte der Finne über eine Schikane, und Schumacher war sofort dicht dran (Quelle 3). Räikkönen rettete am Ende rund eine Sekunde Vorsprung ins Ziel. Zusätzlich fuhr er in Runde 23 die schnellste Runde des Rennens in 1:14,384 Minuten (Quelle 2).

Auch dahinter gab es nach dem Restart noch Positionskämpfe. Mark Webber im Williams leistete sich in Kurve 1 einen Fehler, und Felipe Massa und Barrichello zogen vorbei (Quelle 2). Bis zur Ziellinie fand Webber keinen Weg mehr an Massa vorbei. Jarno Trulli fiel im Toyota nach 62 Runden mit Bremsproblemen aus.

Gewinner und Verlierer des GP Kanada 2005

Gewinner:

  • Rubens Barrichello: Im Qualifying hatte er wegen eines Getriebeschadens keine Zeit gesetzt. Er startete aus der Boxengasse (Startplatz 20 im Ergebnis) mit viel Sprit und blieb 31 Runden lang draußen, und das ohne Funk. Den Stopp unter dem Safety Car nutzte er, um weit nach vorne zu kommen. Mit 17 gewonnenen Plätzen holte er Rang drei (Quellen 2, 3).
  • Kimi Räikkönen: Er machte sechs Plätze gut und holte zehn Punkte, auch wenn ihm das Glück half.
  • Felipe Massa: Er fuhr den Sauber von Startplatz 11 auf Rang vier.
  • Red Bull: David Coulthard und Christian Klien holten als Siebter und Achter Punkte für Red Bull. Klien machte acht Plätze gut.
  • Jordan: Tiago Monteiro wurde im Jordan Zehnter, vor Christijan Albers im Minardi.

Verlierer:

  • Renault: Fisichella und Alonso fielen aus der Doppelführung heraus und blieben ohne Punkte.
  • Juan Pablo Montoya: Er lag in Führung und wurde dann disqualifiziert.
  • BAR: Für Button war es nach dem Unfall ein Rennen ohne Ergebnis, Sato schied nach 40 Runden mit Bremsproblemen aus. Das Team blieb ohne Punkte.

Weitere Ausfälle: Narain Karthikeyan (Jordan) nach 24 Runden mit Aufhängungsschaden nach einem Mauerkontakt (Quelle 2), Patrick Friesacher (Minardi) nach 39 Runden mit einem Hydraulikdefekt und Nick Heidfeld (Williams) nach 43 Runden mit Motorschaden. Ralf Schumacher wurde mit einer Runde Rückstand Sechster.

WM-Stand nach dem GP Kanada: Räikkönen verkürzt nicht, Ferrari kommt

Weil Alonso ohne Punkte blieb, wurde Räikkönens Sieg in der WM wertvoll. Rechnerisch glich er damit den Nürburgring aus, wo zwei Wochen zuvor Alonso gewonnen hatte und Räikkönen leer ausgegangen war (Quelle 3). Für den Finnen war es der dritte Saisonsieg (Quelle 2). Im WM-Stand 2005 führte Alonso weiterhin mit 59 Punkten vor Räikkönen mit 37. Dahinter folgten Trulli (27) und Heidfeld (25). Michael Schumacher machte drei Plätze gut und lag mit 24 Punkten auf Rang fünf, Barrichello verbesserte sich auf Rang sieben (21).

Bei den Konstrukteuren lag Renault mit 76 Punkten vor McLaren mit 63. Dahinter lagen Williams und Toyota mit je 47 Punkten gleichauf, Ferrari folgte mit 45. Montreal zeigte, dass McLaren das schnellste Auto hatte, aber zu oft Punkte verlor. Auch Renault war nicht unverwundbar. Das Rennen gehörte zur ersten von zwei Nordamerika-Runden in Folge, als Nächstes stand der GP USA an.

Das Rennen in Zahlen

Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).

Positionsverlauf

Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.
110203040506070RundeRAIMSCBARMASWEBSCHCOUKLIVILTMO

WM-Stand vorher und nachher

PlatzFahrervorherPunkte
1Fernando Alonso1 (59)59
2Kimi Räikkönen2 (27)37
3Jarno Trulli3 (27)27
4Nick Heidfeld4 (25)25
5Michael Schumacher8 (16)24
6Mark Webber5 (18)22
7Rubens Barrichello10 (15)21
8Ralf Schumacher7 (17)20
9Giancarlo Fisichella6 (17)17
10David Coulthard11 (15)17

Quellen

Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite

  1. Ergebnis und Daten GP Kanada 2005 – formel-1-livestream.de
  2. 2005 Canadian Grand Prix – Wikipedia
  3. Canadian GP 2005 – Race report: Ten green bottles – GrandPrix.com

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