GP Spanien 2005: Räikkönen siegt souverän, Schumacher mit Reifenpech
Kimi Räikkönen gewann den GP Spanien 2005 von der Pole und führte jede Runde. Alonso wurde Zweiter, Michael Schumacher schied mit Reifenschäden aus.
GP Spanien 2005: Räikkönen siegt von der Pole
Kimi Räikkönen dominierte den GP Spanien 2005 auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya. Er startete von der Pole, führte jede Runde und holte für McLaren den ersten Saisonsieg. Lokalmatador Fernando Alonso kam im Renault auf Platz zwei, Jarno Trulli im Toyota wurde Dritter. Am Ende lag Räikkönen fast eine halbe Minute vor Alonso. Das Rennen war praktisch schon nach dem Neustart hinter dem Safety Car entschieden.
Im fünften Lauf der Saison fehlte ein Team: BAR saß nach den Unregelmäßigkeiten beim GP San Marino das erste von zwei Rennen Sperre ab.
Start und Safety Car: Webber verliert Startplatz zwei
Mark Webber stand mit dem Williams auf Startplatz zwei, kam aber schlecht weg. Alonso und Ralf Schumacher gingen an ihm vorbei. Weiter hinten kamen beide Minardi nicht vom Start weg. Während die Autos von Patrick Friesacher und Christijan Albers von der Strecke geschoben wurden, kam am Ende der ersten Runde das Safety Car heraus.
Nach dem Neustart drehte Räikkönen sofort auf. Laut grandprix.com fuhr er in 17 Runden 13-mal die schnellste Rennrunde. Nach seinem ersten Boxenstopp sah er, wie groß sein Vorsprung war, und nahm Tempo heraus. Gefährlich wurde ihm niemand mehr.
Boxenstopps und Strategie: Probleme mit dem Tanken
In der Ära des Nachtankens entschieden die Stopps viel, und mehrere Fahrer hatten dabei Pech. Webber hatte im Qualifying mit wenig Sprit gestanden. Williams holte ihn früh zum Tanken, in Runde 18 nach grandprix.com. Dabei fiel er von Rang vier auf zehn zurück. Danach vibrierten seine Reifen stark, er kam nur noch auf Platz sechs.
Trulli hatte bei seinem Stopp in Runde 25 einen kurzen Schreck: Etwas verschüttetes Benzin fing kurz Feuer. Er fiel von Rang vier auf acht zurück. Trotzdem fuhr er auf den dritten Platz vor und hielt Teamkollege Ralf Schumacher bis ins Ziel hinter sich.
Noch härter traf es Juan Pablo Montoya. Er hatte wegen einer Schulterverletzung zwei Rennen verpasst und kehrte hier zurück. In Runde 7 drehte er sich, ohne irgendwo anzuschlagen. Bei seinem Stopp aus Rang drei floss kein Benzin in den Tank. Laut grandprix.com war ein elektrischer Fehler an der Tankanlage schuld. Montoya musste noch einmal zum Tanken kommen und fiel bis auf Platz zwölf zurück. Am Ende wurde er Siebter, eine Runde hinter dem Sieger.
Alonso kämpfte mit Blasen am linken Hinterreifen. Er musste die Reifen schonen und konnte Räikkönen nie angreifen.
Ausfall von Michael Schumacher: Reifenschaden bei Ferrari
Für Michael Schumacher im Ferrari lief das Rennen lange gut. Er war von Startplatz acht losgefahren und lag nach seinem Stopp auf Rang drei. In Runde 44 kam er mit einem Plattfuß hinten links an die Box. Laut crash.net wurde die Ferrari-Crew davon überrascht. Auf der Runde aus der Box gab beim Anbremsen der ersten Kurve auch der linke Vorderreifen nach. Nach 46 Runden stellte Schumacher das Auto ab. Weil kurz hintereinander zwei Reifen ausfielen, sah grandprix.com die Ursache eher im Verschleiß als in Trümmerteilen auf der Strecke. Es war Schumachers dritter Ausfall der Saison.
Teamkollege Rubens Barrichello musste nach einem Motorwechsel zehn Plätze weiter hinten starten. Er fuhr von Startplatz 16 auf Rang neun, verpasste die Punkte aber knapp.
Weitere Ausfälle und Zwischenfälle
- Vitantonio Liuzzi (Red Bull) war schon schlecht gestartet. Nach 9 Runden drehte er sich ins Kiesbett.
- Patrick Friesacher (Minardi) drehte sich nach 11 Runden von der Strecke.
- Christijan Albers (Minardi) gab nach 19 Runden mit einem Getriebeschaden auf.
- Jacques Villeneuve (Sauber) fiel nach 51 Runden mit Motorschaden aus. Laut Wikipedia hatte ein Wasserleck den Motor überhitzen lassen.
- Felipe Massa (Sauber) lag lange in den Punkten. Nach dem letzten Boxenstopp fiel er zurück, kurz vor Schluss stoppte er mit gebrochener Felge. Nach 63 Runden wurde er noch als Elfter gewertet.
Giancarlo Fisichella erlebte ein turbulentes Rennen. Ein Teil unter der Nase seines Renault brach, dadurch fehlte ihm Abtrieb an der Vorderachse. Ein außerplanmäßiger Stopp warf ihn auf Rang elf zurück. Danach kämpfte er sich bis auf Platz fünf nach vorn und kam unter anderem noch vor Webber ins Ziel. In der letzten Runde fuhr er mit 1:15,641 Minuten die schnellste Runde des Rennens. Damit verpasste Räikkönen den Grand Chelem, also Pole, Sieg, Führung in jeder Runde und schnellste Runde.
Gewinner und Verlierer beim GP Spanien 2005
Gewinner: Räikkönen holte nach einem fehlerfreien Wochenende den dritten Sieg seiner Karriere. Beim GP San Marino zwei Wochen zuvor war er noch leer ausgegangen. Die meisten Plätze machten Barrichello und Nick Heidfeld gut, jeweils sieben. Heidfeld startete nach einer Strafe für den Motorwechsel von Platz 17 und kam als Zehnter ins Ziel. Tiago Monteiro (Jordan) startete nach einem Motorwechsel als Letzter und gewann sechs Plätze bis Rang zwölf. Toyota brachte mit Trulli und Ralf Schumacher beide Autos auf die Plätze drei und vier.
Verlierer: Michael Schumacher ging nach seinem Ausfall leer aus. Webber verlor vier Plätze und wurde nur Sechster, obwohl er aus der ersten Reihe gestartet war. Montoya verlor durch die Panne beim Tanken wohl einen möglichen Podestplatz. David Coulthard holte im Red Bull als Achter den letzten Punkt. Narain Karthikeyan kam im zweiten Jordan als 13. und Letzter ins Ziel.
WM-Stand nach dem GP Spanien 2005
Mit seinem zweiten Platz baute Alonso die Führung im WM-Stand 2005 aus. Er hatte jetzt 44 Punkte, Trulli folgte mit 26. Räikkönen war durch den Sieg mit 17 Punkten Dritter. Dahinter lagen Fisichella und Ralf Schumacher mit je 14 Zählern, Webber hatte 12. Michael Schumacher kam nicht über 10 Punkte hinaus und war nur noch Siebter.
In der Konstrukteurswertung führte Renault mit 58 Punkten vor Toyota mit 40 und McLaren mit 37. Williams hatte 21 Punkte, Ferrari 18.
Einordnung: Der Sieg in Barcelona zeigte, dass McLaren über ein Renn-Wochenende das schnellste Auto hatte. Bisher hatte Räikkönen das wegen Defekten kaum in Punkte umsetzen können. Für Ferrari setzte sich eine schwache Saison fort, in der die Reifen immer wieder Probleme machten. Alonso lag schon 27 Punkte vor Räikkönen, das war ein deutliches Polster im Titelkampf. Alle Ergebnisse der Saison findest du in der Ergebnisübersicht 2005.
Quellen
- Ergebnis und Daten GP Spanien 2005 – formel-1-livestream.de
- Spanish GP 2005 – Race report: A sunny day for McLaren – grandprix.com
- Race incidents from Catalunya – grandprix.com
- Spain 2005: Raikkonen repaid – crash.net
- 2005 Spanish Grand Prix – Wikipedia