Rückblick · erstellt am · Rennen vom 6. März 2005

GP Australien 2005: Fisichella siegt, Alonso stürmt aufs Podium

Giancarlo Fisichella gewann den Saisonauftakt 2005 in Melbourne für Renault von der Pole. Alonso fuhr von Startplatz 13 auf Rang drei, Schumacher schied aus.

GP Australien 2005: Fisichellas Sieg von der Pole in Melbourne

Gleich in seinem ersten Rennen für Renault gewann Giancarlo Fisichella den GP Australien 2005 im Albert Park. Er fuhr von der Pole los und führte das Rennen bis auf die Runden rund um seine Boxenstopps an. Hinter ihm kamen Rubens Barrichello im Ferrari als Zweiter und Fisichellas Teamkollege Fernando Alonso als Dritter ins Ziel. Alonso war von Startplatz 13 losgefahren. Entschieden wurde das Rennen schon im regnerischen Qualifying und durch Fisichellas souveräne Fahrt an der Spitze. Weltmeister Michael Schumacher schied nach einer Kollision aus.

Regen-Qualifying und neue Regeln: Wie die Startaufstellung entstand

2005 galten neue Regeln. Ein Motor musste zwei Rennwochenenden halten, und ein Satz Reifen musste Qualifying und Rennen ohne Wechsel überstehen. Die Startaufstellung ergab sich aus der Summe von zwei Einzelrunden: eine am Samstag, die zweite am Sonntagmorgen mit Rennbenzin. Am Samstag kam der Regen mitten in der Session. Fisichella hatte seine Runde auf Slicks noch bei der trockensten Strecke gefahren und legte damit den Grundstein für die Pole. Neben ihm startete Jarno Trulli im Toyota, Startplatz drei ging an Lokalmatador Mark Webber im Williams.

Viele Favoriten erwischte das Wetter. Schumacher war am Samstag im Regen unterwegs und damit ohnehin weit hinten. Ferrari wechselte deshalb seinen Motor und verzichtete auf die Sonntagsrunde, also ging es für ihn von Platz 19 los. Felipe Massa im Sauber stand auf Platz 18. Takuma Sato im BAR musste nach einem Motorwechsel ganz hinten starten. Ferrari setzte in Melbourne noch den Übergangswagen F2004M ein, weil der neue F2005 noch nicht fertig war.

Rennverlauf: Abgebrochener Start und Fisichella an der Spitze

Der erste Startversuch platzte. Kimi Räikkönen würgte seinen McLaren auf dem Grid ab, der Wagen wurde in die Box geschoben, und das Feld drehte eine zusätzliche Einführungsrunde. Dadurch wurde das Rennen um eine Runde auf 57 Runden verkürzt. Räikkönen musste aus der Boxengasse starten, obwohl er sich als Zehnter qualifiziert hatte.

Beim zweiten Versuch kam Fisichella als Erster durch die erste Kurve, gefolgt von Trulli. David Coulthard ging im Debütrennen von Red Bull an Webber vorbei auf Platz drei. Laut Autosport lag Fisichella nach zehn Runden 2,1 Sekunden vor Trulli. Der Toyota fiel aber bald zurück, weil die Hinterreifen Blasen warfen, und die durfte Trulli nach den neuen Regeln nicht tauschen. Jacques Villeneuve hatte in seinem Sauber einen schlechten Start und verlor schon in der ersten Runde mehrere Plätze.

Fisichella gab die Führung nur zweimal ab, und beide Male, weil er zum Nachtanken an der Box war. In Runde 24 führte kurz Barrichello, in den Runden 43 und 44 Alonso. Danach übernahm Fisichella wieder die Spitze und gab sie bis zum Ende nicht mehr ab. Ernsthaft unter Druck geriet er im ganzen Rennen nicht. Am Ende hatte er etwa fünfeinhalb Sekunden Vorsprung auf Barrichello.

Boxenstopps und Strategie: Barrichello und Alonso fahren nach vorn

Die Plätze hinter Fisichella wurden beim Nachtanken vergeben. Barrichello hatte fast das ganze Rennen mit einer verstellten Bremsbalance zu kämpfen, die Hinterräder blockierten. In der zweiten Stopprunde zog er aber an Coulthard und Webber vorbei und lag danach auf Platz zwei. Alonso hatte vorher lange hinter Villeneuve festgesteckt. Er kam schließlich vorbei, fuhr die schnellste Rennrunde und schob sich über die letzten Stopps ebenfalls vor Coulthard und Webber, bis auf Platz drei.

Der Rest des Feldes fuhr verschiedene Strategien. Massa kam mit nur einem Stopp aus und fuhr damit von Platz 18 auf Rang zehn. Schumacher war schwer betankt losgefahren. Wegen des kleineren Tanks im F2004M musste er trotzdem zweimal an die Box. Ralf Schumacher verlor im Toyota viel Zeit, weil er zweimal kurz nacheinander reinkommen musste: Sein Sicherheitsgurt hatte sich gelockert.

Ausfälle: Kollision von Schumacher und Heidfeld, Getriebe bei Albers

  • Michael Schumacher (Ferrari) und Nick Heidfeld (Williams), nach Runde 42, Unfall: Laut Grandprix.com krachte es in der 43. Runde. Schumacher kam gerade von seinem zweiten Stopp zurück auf die Strecke, als Nick Heidfeld ihn in Kurve 3 überholen wollte. Heidfeld wurde dabei auf das Gras gedrängt und rutschte in den Ferrari, beide Autos landeten im Kies. Heidfeld war sofort raus. Schumacher fuhr mit Schäden von der Kollision noch an die Box und stellte dort ab. Heidfeld hielt sein Manöver hinterher für richtig. Eine Strafe für einen der beiden ist nicht überliefert.
  • Christijan Albers (Minardi), nach Runde 16, Getriebe: Laut Autosport fehlten ihm der erste und der zweite Gang.

Es gab noch eine Besonderheit, an der die Wertung nicht ganz sauber aussieht. Jenson Button und Sato bogen jeweils in ihrer letzten Runde in die Box ab. Bei BAR nutzte man eine Regellücke: Wer ein Rennen nicht beendete, durfte für das nächste Rennen einen neuen Motor einbauen, ohne Strafe. Diese Lücke wurde vor dem nächsten Grand Prix geschlossen. Gewertet wurden Button als Elfter und Sato als Vierzehnter.

Gewinner und Verlierer beim Saisonauftakt in Melbourne

Gewinner:

  • Alonso machte von Platz 13 aus zehn Plätze gut, so viele wie kein anderer im Feld.
  • Barrichello kam von Startplatz elf neun Plätze nach vorn.
  • Massa gewann mit seiner Ein-Stopp-Strategie acht Plätze.
  • Red Bull holte bei seinem Debüt sieben Punkte. Coulthard wurde Vierter, Christian Klien Siebter.
  • Webber wurde bei seinem ersten Rennen für Williams Fünfter und egalisierte damit sein bisher bestes Ergebnis.
  • Juan Pablo Montoya holte als Sechster gleich im ersten Rennen für McLaren Punkte.
  • Räikkönen war aus der Boxengasse gestartet und sicherte sich als Achter noch einen Punkt.

Verlierer:

  • Trulli stand in der ersten Startreihe, verlor wegen der Blasen an den Reifen sieben Plätze und wurde nur Neunter.
  • Villeneuve fiel bei seinem Sauber-Debüt von Startplatz vier auf Rang 13 zurück, mit einer Runde Rückstand.
  • Williams verlor Heidfeld durch die Kollision und damit mögliche Punkte.
  • Ferrari konnte trotz Barrichellos zweitem Platz nicht zufrieden sein, denn Schumacher kam nicht ins Ziel.

Auch Narain Karthikeyan und Tiago Monteiro für Jordan sowie Patrick Friesacher für Minardi sahen das Ziel, alle mit mehreren Runden Rückstand.

WM-Stand nach dem GP Australien 2005 und Einordnung

Nach dem ersten Saisonrennen führte Fisichella die Fahrer-WM 2005 mit 10 Punkten an. Dahinter lagen Barrichello mit 8, Alonso mit 6, Coulthard mit 5 und Webber mit 4 Punkten. Bei den Konstrukteuren hatte Renault mit 16 Punkten schon einen Vorsprung auf Ferrari (8) und Red Bull (7). Williams und McLaren hatten je 4 Punkte.

Für Fisichella war es der zweite Grand-Prix-Sieg seiner Karriere, nach seinem Erfolg mit Jordan in Brasilien 2003. Diesmal gewann er in überlegener Manier, und der Renault R25 machte in Melbourne den stärksten Eindruck. Ferrari war in den Jahren davor fast immer vorn gewesen und fuhr hier noch mit dem Übergangswagen. Nach diesem Auftakt sah es so aus, als könnte sich das Kräfteverhältnis in der Formel 1 verschieben. Dazu kam Red Bulls gelungenes Debüt als Nachfolger von Jaguar. Weiter ging es mit dem GP Malaysia.

Quellen

  1. Ergebnis und Daten GP Australien 2005 – formel-1-livestream.de
  2. Australian GP 2005 – Race notes: Fisichella takes Australian GP from pole – grandprix.com
  3. March 6, 2005 – Australian GP lap by lap – grandprix.com
  4. Fisichella storms to victory in Australia – Autosport
  5. Technical review: Australia 2005 – Autosport
  6. 2005 Australian Grand Prix – Formula One History
  7. Australian GP 2005 – Sunday team quotes – grandprix.com
  8. 2005 Australian Grand Prix – Wikipedia

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