GP Ungarn 2004: Schumachers Rekordsieg macht Ferrari zum Weltmeister
Michael Schumacher gewann in Budapest vor Barrichello und Alonso – sein zwölfter Saisonsieg war Rekord, der Ferrari-Doppelsieg brachte den Konstrukteurstitel.
GP Ungarn 2004 im Überblick: Schumacher siegt, Ferrari ist Weltmeister
Der GP Ungarn 2004 war eine Machtdemonstration. Michael Schumacher fuhr von der Pole-Position los, führte alle 70 Runden an und fuhr auch die schnellste Runde. Hinter ihm kam Teamkollege Rubens Barrichello ins Ziel, damit sicherte sich Ferrari vorzeitig den Konstrukteurstitel. Dritter wurde Fernando Alonso im Renault. Den Grundstein dafür legte er mit seinem starken Start.
Start am Hungaroring: Alonso stürmt nach vorn, BAR verliert Boden
Am Hungaroring entscheidet die erste Kurve oft über das ganze Rennen, und so kam es auch diesmal. Schumacher behauptete die Führung ohne Mühe, Barrichello blieb Zweiter. Dahinter ging es hoch her: Alonso kam von Startplatz fünf hervorragend weg. Laut Crash.net musste er bremsen, weil Takuma Sato ihm den Weg versperren wollte. Das kostete den Spanier womöglich die Chance, schon in der ersten Kurve an Barrichello vorbeizugehen.
Für BAR war der Start ein Rückschlag. Sato hatte aus der zweiten Reihe losfahren dürfen, verlor aber Plätze. Teamkollege Jenson Button verlor von Startplatz vier ebenfalls Boden und fand sich hinter Juan Pablo Montoya im Williams wieder. An dieser Reihenfolge änderte sich danach praktisch nichts mehr.
Rennverlauf: Ferrari-Doppelführung ohne Gegenwehr
Danach geschah auf der Strecke kaum etwas. Das Feld zog sich schnell auseinander, Überholmanöver gab es fast keine. Crash.net nannte das Rennen eintönig. Kommentator James Allen spottete sinngemäß, der Höhepunkt sei gewesen, dass Ferrari-Technikchef Ross Brawn eine Banane aß.
Schumacher kontrollierte das Rennen von der Spitze aus. Seine schnellste Runde von 1:19,071 Minuten fuhr er in Runde 29. Am Ende lag Barrichello 4,696 Sekunden zurück. Laut Crash.net nahm Schumacher gegen Ende aber Tempo heraus, sein wahrer Vorsprung war also größer. Alonso hatte als Dritter 44,599 Sekunden Rückstand. Zu den Ferraris konnte er nie aufschließen, hatte aber auch nichts von hinten zu befürchten. Ferrari-Teamchef Jean Todt sagte nach dem Rennen, die Unsicherheitsfaktoren seien der Start und die Zuverlässigkeit gewesen, und beides habe gepasst. Außerdem lobte er, wie gut die Bridgestone-Reifen über die Distanz hielten.
Button setzte Montoya im Kampf um Platz vier unter Druck, kam laut Wikipedia aber nie näher als drei Sekunden heran. Montoya wurde Vierter, Button Fünfter. Abseits der Strecke drehte sich bei Button an diesem Wochenende vieles um seinen geplanten Wechsel zu Williams. Darüber musste noch das Contract Recognition Board entscheiden. Bei Williams vertrat Antônio Pizzonia weiterhin den verletzten Ralf Schumacher und holte als Siebter zwei Punkte. Den letzten Punkt sicherte sich Giancarlo Fisichella im Sauber auf Platz acht. Fisichella berichtete, dass seine Reifen nach jedem Boxenstopp einige Runden lang körnten.
Ausfälle: Räikkönen und Trulli scheiden aus
Fünf Fahrer kamen nicht ins Ziel:
- Kimi Räikkönen, McLaren: Er schied nach 13 Runden mit einem Elektrikproblem aus. Von Startplatz zehn aus hatte er ohnehin wenig ausrichten können.
- Felipe Massa, Sauber: Er stellte nach 21 Runden mit Bremsproblemen ab.
- Ricardo Zonta, Toyota: Er fiel nach 31 Runden mit einem Elektronikdefekt aus.
- Jarno Trulli, Renault: Sein Motor gab nach 41 Runden auf. Trulli war von Startplatz neun ins Rennen gegangen.
- Giorgio Pantano, Jordan: Nach 48 Runden war für ihn wegen eines Getriebeschadens Schluss.
Alle Ausfallgründe stammen aus der offiziellen Wertung. Strafen oder Safety-Car-Phasen sind für dieses Rennen nicht überliefert.
Gewinner und Verlierer des GP Ungarn 2004
Gewinner:
- Fernando Alonso: Er gewann zwei Plätze und stand als einziger Fahrer außerhalb von Ferrari auf dem Podium. Laut Crash.net lobte er auch seine Renault-Crew, die bei den Boxenstopps keine Fehler machte.
- Juan Pablo Montoya: Er fuhr von Startplatz sieben auf Rang vier.
- Gianmaria Bruni, Minardi: Er gewann rechnerisch die meisten Plätze, nämlich fünf, und wurde Vierzehnter. Möglich machten das vor allem die Ausfälle vor ihm.
- Nick Heidfeld, Jordan: Er fuhr von Startplatz 16 auf Rang zwölf.
- David Coulthard, McLaren: Er machte drei Plätze gut und wurde Neunter, verpasste die Punkte aber knapp.
Verlierer:
- Kimi Räikkönen: Er verlor zehn Plätze. Für McLaren war es ein weiterer Rückschlag in einer schwierigen Saison.
- Jarno Trulli: Er kam wegen des Motorschadens nicht ins Ziel.
- Takuma Sato: Er startete als Dritter und kam mit einer Runde Rückstand als Sechster ins Ziel. Nach dem Rennen sagte BAR-Teamchef David Richards, sein Team sei näher an Renault herangerückt, das Ergebnis sei aber enttäuschend.
WM-Stand 2004 nach Ungarn: Ferrari Weltmeister, Schumacher kurz vor dem Titel
Mit 202 Punkten hatte Ferrari uneinholbar Vorsprung auf Renault (91) und BAR (83). Laut Crash.net und Grandprix.com war es der sechste Konstrukteurstitel in Folge und laut Crash.net der vierzehnte insgesamt.
In der Fahrerwertung führte Schumacher mit 120 Punkten vor Barrichello mit 82. Mit 65 Punkten blieb Button Dritter. Dahinter lagen Trulli (46) und Alonso (45) nur einen Punkt auseinander. Montoya folgte mit 38 Punkten. Laut Crash.net konnte Schumacher schon beim nächsten Rennen, dem GP Belgien, seinen siebten WM-Titel perfekt machen. Alle Tabellen findest du im WM-Stand 2004.
Einordnung: Zwölf Siege in einer Saison – ein neuer Rekord
Budapest war ein Rennen für die Geschichtsbücher. Schumacher holte seinen zwölften Sieg im dreizehnten Rennen der Saison. So viele Siege in einem Jahr hatte noch kein Fahrer geschafft. Seinen eigenen Rekord von elf Siegen aus dem Jahr 2002 übertraf er damit. Zugleich war es laut Grandprix.com der 82. Grand-Prix-Sieg seiner Karriere.
Schumacher stand auf der Pole, führte jede Runde an und fuhr die schnellste Runde. Mehr Dominanz war an diesem Nachmittag kaum möglich. Für die Konkurrenz blieb nur die Erkenntnis, dass der Ferrari F2004 und die Bridgestone-Reifen in dieser Saison das Maß aller Dinge waren. Hinter Ferrari zeichnete sich vor allem ein Duell ab: Renault und BAR kämpften um Platz zwei in der Konstrukteurswertung.
Quellen
- Ergebnis und Daten GP Ungarn 2004 – formel-1-livestream.de
- Hungarian GP 2004 – Race Report – grandprix.com
- Hungary 2004: Ferrari 1-2 seals constructors' – Crash.net
- 2004 Hungarian Grand Prix – Wikipedia