GP Deutschland 2004: Schumacher siegt, Button stürmt von 13 auf 2
Michael Schumacher gewann in Hockenheim seinen 11. Saisonsieg. Jenson Button fuhr nach einer Motorstrafe von Startplatz 13 auf Rang zwei.

GP Deutschland 2004: Schumacher gewinnt sein Heimrennen, Button glänzt
Michael Schumacher gewann am 25. Juli 2004 den Großen Preis von Deutschland auf dem Hockenheimring von der Pole-Position aus und holte für Ferrari den elften Sieg im zwölften Saisonrennen. Der Mann des Tages war aber der Zweite: Jenson Button musste seinen BAR nach einem Motorwechsel als 13. ins Rennen schicken und kam trotzdem nur gut acht Sekunden hinter Schumacher ins Ziel. Entschieden wurde das Rennen beim letzten Boxenstopp. Danach ging Button an Fernando Alonso vorbei, der mit seinem Renault Dritter wurde.
Start in Hockenheim: Abbruch, Montoyas verpatzter Start und Barrichellos Fehler
Schon der erste Startversuch scheiterte. Der Toyota von Olivier Panis blieb in der Startaufstellung stehen, deshalb wurde der Start abgebrochen. Panis musste aus der Boxengasse losfahren, und das Rennen ging nur über 66 Runden. Beim zweiten Versuch behielt Schumacher die Führung. Neben ihm hatte Juan Pablo Montoya im Williams einen schlechten Start und fiel auf Platz acht zurück. Alonso machte es besser. Er gewann drei Plätze und lag direkt hinter Schumacher, vor Kimi Räikkönen im McLaren und Jarno Trulli.
Auf dem Weg zur Haarnadel bremste Rubens Barrichello zu spät und fuhr David Coulthard ins Heck. Coulthard konnte ohne großen Zeitverlust weiterfahren. Der zweite Ferrari dagegen brauchte eine neue Frontflügelnase, und nach dem außerplanmäßigen Stopp lag Barrichello am Ende des Feldes. Später gab er zu, dass der Fehler bei ihm lag. Räikkönen schnappte sich in der zweiten Runde an der Haarnadel Platz zwei von Alonso, und Mark Webber machte mit seinem Jaguar gleich in der ersten Runde viel Boden gut.
Räikkönens Heckflügel bricht: die Ausfälle beim GP Deutschland
Räikkönen hatte während der ersten Stoppserie sogar kurz geführt und lag gut im Rennen. In der 13. Runde löste sich dann bei hohem Tempo auf dem Weg in die schnelle erste Kurve sein Heckflügel. Der McLaren drehte sich und schlug in den Reifenstapel ein. Räikkönen stieg unverletzt aus. Teamchef Ron Dennis sprach von einem Fertigungsfehler, nicht von einem Konstruktionsfehler (Quelle 3). Für den Finnen war es der siebte Ausfall im zwölften Rennen. Die schnellste Runde des Tages gehörte trotzdem ihm. Seine Trümmer erwischten auch andere: Bei Coulthard wurde ein Leitblech beschädigt, und bei Trulli verklemmte sich ein Teil des Flügels am Auto.
Nur zwei weitere Fahrer kamen nicht ins Ziel:
- Cristiano da Matta (Toyota) stellte seinen Wagen nach 38 Runden mit einem Reifenschaden ab.
- Nick Heidfeld (Jordan) gab nach 42 Runden wegen Problemen mit dem Fahrverhalten auf. Zuvor hatte er schon einen zusätzlichen Stopp einlegen müssen.
Strategie und Duell: Wie Button Alonso knackte
Das Rennen lief über drei Stoppserien. Button blieb im ersten Stint lange draußen und führte deshalb zwischenzeitlich sogar. Durch den ersten Stopp kam er von Platz neun auf Platz fünf nach vorn. Montoya hatte inzwischen stark abbauende Hinterreifen. In Runde 21 kam er von der Strecke ab, und Button war durch. In der 26. Runde zwängte sich Takuma Sato an der Haarnadel an Trulli vorbei, und das ging nur knapp gut.
In der zweiten Stoppphase übernahm Alonso kurz die Führung. Button überholte erst Coulthard und griff dann den Renault an der Haarnadel an, doch Alonso konterte im Motodrom. Bei den letzten Stopps kam Schumacher erneut vor die beiden. Danach lag Button wieder knapp hinter Alonso. Als der Renault vorn Grip verlor, ging Button innen vorbei. Renault fand den Grund später: Ein Leitblech hatte sich unter dem Auto verfangen und löste sich erst um Runde 58. Danach war Alonso wieder schnell genug, um Coulthard auf Distanz zu halten.
Auf Schumacher kam Button noch auf gut acht Sekunden heran, obwohl er laut Atlas F1 Probleme mit dem Helmriemen hatte und über weite Teile einer Runde nur mit einer Hand fuhr. Button nannte es danach das beste Rennen seiner F1-Karriere (Quelle 3).
Gewinner und Verlierer des Tages
Die Gewinner:
- Jenson Button gewann elf Plätze, mehr als jeder andere, und das brachte ihm acht Punkte.
- Mark Webber fuhr von Startplatz 11 auf Rang sechs.
- Antônio Pizzonia ersetzte bei Williams den verletzten Ralf Schumacher, der sich noch von seinem Unfall in Indianapolis erholte. Zuvor hatte Marc Gené zweimal einspringen dürfen. Pizzonia wurde Siebter und holte die ersten Punkte seiner Karriere.
- Giancarlo Fisichella gewann im Sauber ebenfalls fünf Plätze, verpasste als Neunter aber knapp die Punkte.
Die Verlierer:
- Kimi Räikkönen hatte gute Chancen auf einen Podestplatz und schied nach 13 Runden aus.
- Rubens Barrichello und Jarno Trulli verloren beide fünf Plätze und gingen als Zwölfter und Elfter leer aus.
- Juan Pablo Montoya startete aus der ersten Reihe und kam nach dem verpatzten Start und den Reifenproblemen nur als Fünfter an.
WM-Stand nach dem GP Deutschland 2004
Barrichello holte keine Punkte, und so wuchs Schumachers Vorsprung im WM-Stand auf 36 Zähler: 110 Punkte für Schumacher, 74 für Barrichello. Button blieb mit 61 Punkten Dritter vor Trulli (46) und Alonso (39). Coulthard kletterte mit Platz vier zwei Ränge nach oben auf WM-Platz sieben (19 Punkte) und lag damit vor Räikkönen (18). Bei den Konstrukteuren führte Ferrari mit 184 Punkten mehr als doppelt so viele wie Renault (85). BAR lag mit 76 Punkten auf Platz drei.
Einordnung: Schumachers Rekordjagd 2004
Schumacher hatte das ganze Wochenende vorn gelegen. Es war seine sechste Pole-Position der Saison und sein 100. Start aus der ersten Reihe. Mit dem 81. Grand-Prix-Sieg seiner Karriere hatte er nach zwölf Rennen schon elf Saisonsiege. Damit erreichte er seine eigene Bestmarke von 2002, und es standen noch sechs Rennen aus. Außerdem sah er zum 50. Mal in Folge ohne technischen Defekt die Zielflagge. Mit Button setzte sich gleichzeitig ein neuer Herausforderer in Szene. Er kam mit dem stark verbesserten BAR-Honda nach der Motorstrafe noch auf Platz zwei, und das zeigte, dass hinter Ferrari ein neuer Kandidat für die Spitze heranwuchs.
Quellen
- Ergebnis und Daten GP Deutschland 2004 – formel-1-livestream.de
- 2004 German Grand Prix – Wikipedia
- German GP 2004 – Race notes: Schumacher wins German GP – grandprix.com
- German Grand Prix 2004 Review – Atlas F1