Rückblick · erstellt am · Rennen vom 24. August 2003

GP Ungarn 2003: Alonso wird jüngster Sieger der F1-Geschichte

Fernando Alonso siegt im Renault von der Pole, überrundet sogar Michael Schumacher und wird mit 22 Jahren jüngster Grand-Prix-Sieger aller Zeiten.

Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann

GP Ungarn 2003 im Überblick: Alonsos erster Sieg

Am 24. August 2003 fuhr Fernando Alonso beim GP Ungarn auf dem Hungaroring einen Start-Ziel-Sieg für Renault. Hinter ihm kamen Kimi Räikkönen im McLaren und Juan Pablo Montoya im Williams aufs Podium. Entschieden war das Rennen schon in der ersten Kurve: Alonso kam von der Pole sauber weg, während sein Verfolger Mark Webber im Jaguar den Rest des Feldes aufhielt.

Mit 22 Jahren und 26 Tagen war Alonso damit der jüngste Grand-Prix-Sieger, den es bis dahin gab. Er brach den Rekord von Bruce McLaren um 78 Tage und gewann als erster Spanier überhaupt einen Grand Prix. Alonso selbst nannte den Erfolg „a dream comes true“ (laut Wikipedia).

Start am Hungaroring: Williams-Duo fällt zurück, Ralf Schumacher dreht sich

Gleich beim Start zeigte sich, wie wichtig die Seite der Startaufstellung war. Wer von einem geraden Startplatz losfuhr, stand auf der schmutzigen Seite der Strecke und hatte kaum Grip. Davon waren auch die beiden Williams betroffen. Ralf Schumacher war Zweiter im Qualifying gewesen und Montoya Vierter, doch bis zur ersten Kurve fielen beide weit zurück. Ralf bremste dann in Kurve 2 zu spät, drehte sich vor dem Mittelfeld und war danach nur noch 19.

Alonso dagegen bog vorne auf der sauberen Seite in Kurve 1 ein. Nach der ersten Runde führte er laut Wikipedia schon mit 1,96 Sekunden Vorsprung vor Webber. Dahinter folgten Rubens Barrichello, Räikkönen, Jarno Trulli, David Coulthard, Michael Schumacher und Montoya. Außerdem gab es kurz gelbe Flaggen: Cristiano da Matta hatte seinen Toyota in der Startaufstellung abgewürgt, und der Wagen musste in die Boxengasse geschoben werden.

Webber hält das Feld auf, Alonso fährt davon

Auf dem engen Hungaroring kann man kaum überholen, und davon profitierte Alonso. Webber fuhr Zweiter und hielt die Verfolger hinter sich auf. Die Motorsport Magazine beschrieb seinen Jaguar als „Korken in der Flasche“. Nach vier Runden lag Alonso bereits rund zehn Sekunden vorn.

Hinter Webber wurde es eng. Barrichello versuchte es in der Schikane bei Kurve 6, verpasste aber den Einlenkpunkt. Damit er keine Strafe bekam, weil er sich durch das Abkürzen einen Vorteil verschafft hatte, ließ er Webber wieder vorbei. Dabei verlor er so viel Schwung, dass Räikkönen und Trulli an ihm vorbeizogen. Barrichello fiel so von Platz drei auf Platz fünf zurück.

Boxenstopps und Strategie: Räikkönen führt eine Runde

Alonso kam als einer der Ersten zum Nachtanken. Er stoppte am Ende der 13. Runde, Webber in derselben Runde. Webber fiel dadurch auf Platz 12 zurück. Räikkönen blieb bis zur 15. Runde draußen und lag deshalb in Runde 14 kurz in Führung. Nach seinem Stopp war Alonso wieder vorne. Diese Runde war die einzige im ganzen Rennen, die Alonso nicht anführte. Weil Räikkönen kaum länger fahren konnte, sah man auch, dass Alonsos Pole kein Ergebnis eines leichten Tanks war (Motorsport Magazine).

Ihre zweiten Stopps machten die Spitzenfahrer zwischen den Runden 30 und 39. Alonso begann in Runde 30, danach kamen Webber, Trulli, Räikkönen, Ralf Schumacher, Montoya und zum Schluss Michael Schumacher. Coulthard fuhr mit zwei Stopps und kam in Runde 43 zum letzten Mal an die Box. Alonso machte in Runde 49 seinen dritten Stopp und blieb vorne. Bei den Stopps hatte er laut Crash.net rund 25 bis 26 Sekunden Vorsprung. Am Ende gewann er mit 16,7 Sekunden vor Räikkönen.

Der Finne startete von Platz 7 und gewann fünf Plätze. Ein Teil davon kam beim Überholen auf der Strecke, den Rest holte er über die Boxenstopps. Unter den Podiumsfahrern verbesserte er sich damit am meisten. Montoya drehte sich spät im Rennen ohne fremde Hilfe in Kurve 11. Er blieb aber aus dem Kies heraus und behielt Platz drei. Ralf Schumacher kam nach seinem Dreher in Runde 1 noch bis auf Platz vier nach vorne. Unterwegs überholte er auch seinen Bruder.

Ausfälle beim GP Ungarn 2003: Barrichellos schwerer Abflug

Der spektakulärste Ausfall war der von Barrichello. Nach 19 Runden brach beim Anbremsen auf Kurve 1 der obere linke hintere Querlenker an seinem Ferrari, und das Rad löste sich. Barrichello konnte nicht mehr lenken und rutschte geradeaus über die Auslaufzone in den Reifenstapel. Er blieb unverletzt. Ferrari vermutete später, dass die Aufhängung kaputtging, weil er zwischen den Kurven 5 und 6 in einem ungewöhnlichen Winkel über die Randsteine gefahren war. Ein Safety Car kam nicht auf die Strecke.

Die weiteren Ausfälle:

Verlierer des Tages: Michael Schumacher überrundet

Für Ferrari und Bridgestone war es ein bitterer Nachmittag. Die ersten sieben Plätze gingen alle an Autos mit Michelin-Reifen. Michael Schumacher startete von Platz 8 und kam auch dort ins Ziel, eine Runde hinter dem Sieger. Bridgestone schrieb später, er habe die Schmach erlebt, von Alonso überrundet zu werden. Bridgestone-Mann Hirohide Suganuma gab rückblickend zu, man habe die Reifen nicht genau genug abgestimmt. Hinzu kam ein Problem beim zweiten Stopp: Als Schumacher den Begrenzer für die Boxengasse einschaltete, ging sein Motor aus. Danach steckte er hinter Trulli fest. Vorher hatte ihn auch Webbers Jaguar mehrere Runden lang aufgehalten (Crash.net).

Unter den Gewinnern des Tages waren auch die Minardi-Fahrer. Laut Faktenpaket holte Nicolas Kiesa sieben Plätze auf und Jos Verstappen sechs. Beide profitierten aber vor allem von den vielen Ausfällen. Webber startete als Dritter und wurde Sechster. Mit seiner Fahrt prägte er das Rennen trotzdem deutlich.

WM-Stand nach dem GP Ungarn 2003 und Einordnung

Für Schumacher reichte ein Punkt, um die WM-Führung zu behalten. Im WM-Stand 2003 lagen die drei Ersten aber nun ganz eng beisammen: Schumacher hatte 72 Punkte, Montoya 71 und Räikkönen 70. Ralf Schumacher folgte mit 58 Punkten. Alonso hatte jetzt 54 und war damit Fünfter vor Barrichello mit 49. Bei den Konstrukteuren ging Williams mit 129 Punkten in Führung, laut Wikipedia zum ersten Mal in dieser Saison. Ferrari hatte 121 Punkte und McLaren 115.

In einer Saison ohne klaren Favoriten war Alonso der achte verschiedene Sieger im 13. Rennen. Es war sein 30. Grand Prix. Für Renault war es der erste Sieg als komplettes Werksteam seit der Zeit von Alain Prost, und für das Team aus Enstone der erste Erfolg seit sechs Jahren. Mit der jüngsten Pole und dem jüngsten Podium hatte Alonso schon früher Rekorde aufgestellt. Nun war er auch der jüngste Sieger der Formel 1.

Das Rennen in Zahlen

Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).

Positionsverlauf

Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.
110203040506070RundeALORAIMONSCHCOUWEBTRUMSCHEIBUT

WM-Stand vorher und nachher

PlatzFahrervorherPunkte
1Michael Schumacher1 (71)72
2Juan Pablo Montoya2 (65)71
3Kimi Räikkönen3 (62)70
4Ralf Schumacher4 (53)58
5Fernando Alonso6 (44)54
6Rubens Barrichello5 (49)49
7David Coulthard7 (41)45
8Jarno Trulli8 (22)24
9Mark Webber10 (12)15
10Jenson Button9 (12)12

Quellen

Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite

  1. Ergebnis und Daten GP Ungarn 2003 – formel-1-livestream.de
  2. 2003 Hungarian Grand Prix – Wikipedia
  3. Hungarian GP 2003: Alonso sweeps the field – Crash.net
  4. Hungary 2003: The debut race win that changed Alonso's life – Motor Sport Magazine
  5. Bridgestone F1 Episode 2003 – Bridgestone

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