GP Deutschland 2003: Montoya siegt nach Startchaos überlegen
Juan Pablo Montoya gewann den GP Deutschland 2003 mit über einer Minute Vorsprung. Ein Startcrash stoppte Ralf Schumacher, Barrichello und Räikkönen.
Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann
GP Deutschland 2003: Montoya fährt allen davon
Juan Pablo Montoya gewann den Großen Preis von Deutschland 2003 auf dem Hockenheimring von der Pole-Position aus. Er führte das Rennen fast ohne Unterbrechung an und hatte am Ende 65,459 Sekunden Vorsprung auf David Coulthard im McLaren. Dritter wurde Jarno Trulli für Renault. Schon in der ersten Kurve war vieles entschieden: Ein Massenunfall warf drei Titelanwärter aus dem Rennen. Montoyas Williams war an diesem heißen Sonntag eine Klasse für sich.
Startunfall in Hockenheim: Ralf Schumacher, Barrichello und Räikkönen raus
Montoyas Teamkollege Ralf Schumacher startete von Platz zwei, kam aber schlecht weg. Er zog nach links und drängte dabei Rubens Barrichello im Ferrari und Kimi Räikkönen im McLaren zusammen. Die drei Autos berührten sich, und für alle war das Rennen sofort vorbei. Barrichello und Räikkönen kamen laut Wertung nicht einmal über die erste Runde hinaus, Ralf Schumacher schied nach einer Runde aus.
Dahinter gab es weitere Kollisionen. Ralph Firman im Jordan fuhr beim Bremsen Heinz-Harald Frentzen im Sauber ins Heck. Beide fielen aus, Frentzen nach einer Runde. Justin Wilson, der zum ersten Mal für Jaguar fuhr, brachte Jacques Villeneuve im BAR zum Dreher. Danach stießen auch Wilson und Firman zusammen. Wilsons Team reparierte zwar die beschädigte Aufhängung, aber nach sechs Runden war mit einem Getriebeschaden Schluss. Um die Trümmer zu räumen, kam das Safety Car auf die Strecke. Frentzen hatte vergeblich auf einen Rennabbruch gehofft, denn dann hätte er mit dem Ersatzauto neu starten können.
Die Rennkommissare gaben Ralf Schumacher die Schuld. Er habe die Positionen der anderen Autos beim Spurwechsel nicht beachtet, der Unfall sei vermeidbar gewesen. Als Strafe sollte er beim nächsten Rennen in Ungarn zehn Startplätze zurück. Schumacher sah das anders und nannte den Crash einen „ganz normalen Rennunfall“. Barrichello sagte dagegen aus, Schumacher sei in ihn hineingefahren. *Einordnung:* Nach dem Rennen in Deutschland wandelte das FIA-Berufungsgericht die Strafe in eine Geldstrafe von 50.000 Dollar um. Es ließ den Unfall außerdem anhand neuer Daten erneut prüfen.
Rennverlauf: Montoyas Dreistopp-Strategie und Coulthards Aufholjagd
Beim Neustart führte Montoya vor den beiden Renault von Trulli und Fernando Alonso. Danach fuhr er seinen Gegnern nach eigener Aussage pro Runde ein bis zwei Sekunden davon, obwohl er ab etwa Runde 15 rund 10 km/h Topspeed verlor. Montoya stoppte dreimal, die meisten seiner Gegner nur zweimal. Nur während seines ersten Stopps lag in Runde 18 kurz Alonso vorn. Ab Runde 19 gab der Kolumbianer die Führung nicht mehr ab.
Die spannendere Geschichte spielte sich dahinter ab. Coulthard war von Startplatz zehn ins Rennen gegangen. Er blieb aus dem Startchaos heraus und lag danach auf Rang sechs. Mark Webber überholte ihn früh in Kurve zwei, doch der Schotte hatte den längeren Plan: Dank eines langen mittleren Stints kam er bei seinem zweiten Stopp an Alonso vorbei. Danach arbeitete er sich auch an Trulli heran. Dessen Hinterreifen bauten nach eigener Aussage etwa 15 Runden vor Schluss mit Blasenbildung ab.
Michael Schumachers Reifenschaden kostet wertvolle Punkte
Für Michael Schumacher begann sein Heimrennen auf Startplatz sechs. Mit dem Ferrari tat er sich im Rennen schwer, kämpfte sich aber trotzdem nach vorn. Er überholte Alonso und dann auch den angeschlagenen Trulli und lag damit auf Platz zwei. Coulthard folgte ihm und ging ebenfalls an Trulli vorbei.
In den Schlussrunden platzte dann Schumachers linker Hinterreifen. Laut Technikchef Ross Brawn passierte das kurz nach der Boxeneinfahrt, sodass Schumacher fast eine ganze Runde bis zur Box schleichen musste. Nach dem außerplanmäßigen Reifenwechsel kam er nur noch als Siebter ins Ziel, eine Runde zurück. Statt acht Punkten bekam er nur zwei. Damit erbte Coulthard Platz zwei.
Weitere Ausfälle: Webber, Fisichella, Verstappen
Bei großer Hitze kamen nur 13 Fahrer in die Wertung. Die Ausfälle nach dem Startunfall:
- Jos Verstappen (Minardi): Jos Verstappen blieb vom Startunfall verschont, bremste sich dabei aber die Vorderreifen eckig. Er tankte schon während der Safety-Car-Phase nach. Nach 23 Runden war er mit einem Hydraulikproblem draußen.
- Giancarlo Fisichella (Jordan): Giancarlo Fisichella kämpfte mit Reifen und Elektronik. Seine Traktionskontrolle störte beim Schalten. Nach 60 Runden fiel er aus, laut Wertung mit Motorschaden, laut Team wegen eines Wasserlecks. Er wurde als 13. gewertet.
- Mark Webber (Jaguar): Webber war lange Fünfter, wurde dann aber langsamer. In der letzten Runde wollte er an Jenson Button vorbei, um noch einen Punkt zu holen, und flog dabei ab. Nach 64 Runden wurde er als Elfter gewertet.
Gewinner und Verlierer: Toyota punktet doppelt, Trulli trotzt dem Fieber
Gewinner des Tages war neben Montoya vor allem Button. Er startete auf Platz 17 und holte als Achter einen Punkt: neun Plätze gutgemacht, so viele wie kein anderer. Coulthard gewann acht Plätze und sicherte McLaren nach Räikkönens frühem Aus doch noch ein starkes Ergebnis. Auch Nicolas Kiesa im Minardi machte acht Plätze gut und wurde Zwölfter. Toyota holte zum ersten Mal mit beiden Autos Punkte: Olivier Panis wurde Fünfter, Cristiano da Matta Sechster. Trulli fuhr trotz Fieber und Hitze zu seinem ersten Podestplatz der Saison. Teamkollege Alonso folgte auf Rang vier. Villeneuve wurde nach seinem Dreher Neunter, Nick Heidfeld Zehnter.
Verlierer waren die Opfer des Startunfalls: Barrichello verlor 15 Plätze, Räikkönen und Ralf Schumacher je 14. Für alle drei war es ein punkteloser Sonntag mitten im Titelkampf.
WM-Stand nach dem GP Deutschland 2003: Montoya rückt an Schumacher heran
Der Sieg brachte Montoya in der Fahrer-WM 2003 auf Platz zwei. Er hatte jetzt 65 Punkte, nur noch sechs weniger als Michael Schumacher mit 71. Räikkönen fiel mit 62 Punkten auf Rang drei zurück, Ralf Schumacher blieb mit 53 Punkten Vierter. Barrichello folgte mit 49, Alonso mit 44 und Coulthard mit 41 Punkten.
In der Konstrukteurswertung lag Ferrari mit 120 Punkten nur noch zwei Punkte vor Williams mit 118. McLaren war mit 103 Punkten Dritter. Bis zum Saisonende standen noch vier Rennen an. Nach Hockenheim war der Titelkampf so offen wie lange nicht: Williams hatte das schnellste Auto, Ferrari wackelte, und gleich drei Fahrer hatten realistische Chancen auf den Titel.
Das Rennen in Zahlen
Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).
Positionsverlauf
Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.Gewonnene und verlorene Plätze
| Fahrer | Start | Ziel | Plätze |
|---|---|---|---|
| Jenson Button | 17 | 8 | +9 |
| David Coulthard | 10 | 2 | +8 |
| Nicolas Kiesa | 20 | 12 | +8 |
| Nick Heidfeld | 15 | 10 | +5 |
| Fernando Alonso | 8 | 4 | +4 |
| Jacques Villeneuve | 13 | 9 | +4 |
| Cristiano da Matta | 9 | 6 | +3 |
| Olivier Panis | 7 | 5 | +2 |
| Jarno Trulli | 4 | 3 | +1 |
| Juan Pablo Montoya | 1 | 1 | 0 |
| Mark Webber | 11 | 11 | 0 |
| Michael Schumacher | 6 | 7 | −1 |
| Giancarlo Fisichella | 12 | 13 | −1 |
WM-Stand vorher und nachher
| Platz | Fahrer | vorher | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | Michael Schumacher | 1 (69) | 71 |
| 2 | Juan Pablo Montoya | 3 (55) | 65 |
| 3 | Kimi Räikkönen | 2 (62) | 62 |
| 4 | Ralf Schumacher | 4 (53) | 53 |
| 5 | Rubens Barrichello | 5 (49) | 49 |
| 6 | Fernando Alonso | 6 (39) | 44 |
| 7 | David Coulthard | 7 (33) | 41 |
| 8 | Jarno Trulli | 8 (16) | 22 |
| 9 | Jenson Button | 10 (11) | 12 |
| 10 | Mark Webber | 9 (12) | 12 |
Quellen
Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite
- Ergebnis und Daten GP Deutschland 2003 – formel-1-livestream.de
- 2003 German Grand Prix – Wikipedia
- German GP 2003 – Race notes: Montoya dominates German GP – grandprix.com
- Hockenheim stewards will reconvene on Friday – grandprix.com
- I Was Not to Blame for Crash: Ralf – Arab News


