GP Großbritannien 2003: Barrichello siegt im Chaos von Silverstone
Rubens Barrichello gewann in Silverstone vor Montoya und Räikkönen – trotz zwei Safety-Car-Phasen und eines Streckenläufers auf der Hangar-Geraden.
Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann
GP Großbritannien 2003: Barrichello gewinnt ein verrücktes Rennen
Den GP Großbritannien 2003 gewann Rubens Barrichello im Ferrari von der Pole-Position. Zweiter wurde Juan Pablo Montoya im Williams, Dritter Kimi Räikkönen im McLaren. Am Start fiel Barrichello zurück, dann kamen zwei Safety-Car-Phasen und ein Mann im Kilt, der über die Hangar-Gerade lief. Entschieden wurde das Rennen erst in Runde 42: Mit einem Manöver an der Bridge-Kurve holte sich Barrichello die Führung von Räikkönen.
Start in Silverstone: Trulli führt, Barrichello verliert zwei Plätze
Auf dem Silverstone Circuit stand Barrichello auf der Pole. Neben ihm startete Jarno Trulli im Renault. Laut Autosport musste Barrichello vor dem Start lange warten, und seine Reifen kühlten dabei ab. Er verlor die Spitze an Trulli und wurde bereits in Copse auch von Räikkönen überholt. Dahinter folgten Ralf Schumacher und Michael Schumacher, der nur von Startplatz fünf losgefahren war.
Nach wenigen Runden löste sich bei David Coulthard im McLaren ein Teil der Kopfstütze. Die Teile lagen auf der Strecke, deshalb kam das erste Safety Car. Coulthard holte sich an der Box Ersatz. Laut crash.net nutzten auch Cristiano da Matta, Olivier Panis (beide Toyota) und Ralph Firman (Jordan) die Phase für einen frühen Stopp. Nach dem Restart war Barrichello sofort schnell. Laut Autosport ging er vier Runden später in Abbey außen an Räikkönen vorbei und lag damit auf Platz zwei.
Streckenläufer auf der Hangar-Geraden: zweites Safety Car
Laut Autosport geschah in Runde 11 der Moment, an den man sich bei diesem Rennen bis heute erinnert. Der irische Ex-Priester Neil Horan lief mit Bibel-Transparenten auf die Hangar-Gerade, den Autos entgegen, die mit hohem Tempo kamen. Mehrere Fahrer mussten ausweichen, bis ein Streckenposten Horan zu Boden brachte. Das zweite Safety Car kam genau dann, als ohnehin die ersten Boxenstopps anstanden. Fast das ganze Feld kam deshalb gleichzeitig an die Box.
Viele Teams mussten ihre zweiten Autos in der Boxengasse warten lassen. Michael Schumacher, Fernando Alonso und Montoya fielen dadurch laut Wikipedia aus den Top Ten. Barrichello tankte laut Autosport mehr Sprit nach und fuhr beim Restart nur als Achter weiter. Ganz vorne standen plötzlich die beiden Toyotas: Sie waren schon in der ersten Safety-Car-Phase an der Box gewesen und blieben jetzt draußen. Da Matta führte vor Panis, ab Runde 13 lag erstmals ein Toyota an der Spitze.
Zur Einordnung: Horan bekannte sich später der schweren Hausfriedensverletzung (aggravated trespass) schuldig und musste für zwei Monate ins Gefängnis.
Barrichellos Aufholjagd und das Duell mit Räikkönen
Nach dem zweiten Restart überholte Räikkönen schnell Trulli, Coulthard und Panis. Danach hing er bis zu dessen Stopp hinter da Matta fest. Barrichello kämpfte sich ebenfalls nach vorn: Er überholte Ralf Schumacher außen, dann Firman, und laut crash.net in Copse auch Trulli. Montoya folgte ihm dabei. In Runde 30 kam da Matta an die Box, und Räikkönen übernahm die Führung. Laut Autosport lag er da rund zehn Sekunden vor Barrichello.
In der Phase der zweiten Stopps zeigte sich, wer das stärkere Auto hatte. Räikkönen kam vier Runden früher an die Box als Barrichello. Der Ferrari-Pilot fuhr mit wenig Sprit sehr schnelle Runden und lag ab Runde 36 vorn. Nach seinem eigenen Stopp war Räikkönen ab Runde 40 noch einmal Spitzenreiter. Barrichello holte aber sofort auf. In Abbey hielt Räikkönen noch die Innenseite zu. An der Bridge-Kurve zog Barrichello neben ihn, der McLaren kam auf das Gras, und ab Runde 42 lag der Ferrari in Führung. Danach fuhr Barrichello davon. Es war ein Sieg, den Autosport im Rückblick den „Höhepunkt“ seiner Ferrari-Zeit nannte.
Räikkönen verlor bald darauf auch Platz zwei: Laut crash.net und Wikipedia kam er erneut von der Strecke ab, und Montoya ging vorbei. Michael Schumacher hatte mit Alonso und Jacques Villeneuve gekämpft und kam als Vierter ins Ziel. Montoya fand trotz allem lobende Worte: „This was one of the best races of the year, even with the spectator.“ (Wikipedia).
Ausfälle: Pizzonia, Fisichella und Alonso
Nur drei Fahrer kamen nicht ins Ziel:
- Antônio Pizzonia (Jaguar) stellte seinen Wagen nach Runde 32 mit Motorschaden ab. Laut crash.net qualmte das Auto.
- Giancarlo Fisichella (Jordan) gab nach Runde 44 wegen eines Schadens an der Radaufhängung auf.
- Fernando Alonso (Renault) schied nach Runde 52 mit Getriebeschaden aus.
Alle anderen 17 Autos wurden gewertet, auch die beiden Minardi von Jos Verstappen und Justin Wilson sowie Nick Heidfeld im Sauber, die jeweils zwei Runden Rückstand hatten.
Gewinner und Verlierer in Silverstone
Gewinner: Jenson Button machte die meisten Plätze gut. Er hatte sich im Qualifying an einem Randstein die Radaufhängung beschädigt und musste deshalb von Platz 20 starten. Im BAR fuhr er bis auf Rang acht vor und holte damit einen Punkt, also zwölf Plätze besser als sein Startplatz. Coulthard kam trotz der Panne mit der Kopfstütze von Startplatz zwölf auf Rang fünf. Montoya verbesserte sich von Platz sieben auf zwei. Da Matta wurde Siebter und holte Punkte für Toyota, nachdem er das Rennen 17 Runden lang angeführt hatte.
Verlierer: Trulli führte die ersten zwölf Runden an, fiel aber auf Platz sechs zurück. Ralf Schumacher startete als Vierter und kam nur als Neunter ins Ziel. Laut crash.net fehlte seinem Williams an diesem Tag das gewohnte Tempo. Für ihn war es das erste Rennen der Saison ohne Punkte.
WM-Stand 2003 nach dem GP Großbritannien
Im WM-Stand 2003 blieb Michael Schumacher mit 69 Punkten vorne. Räikkönen holte als Dritter einen Punkt mehr als Schumacher und lag mit 62 Punkten nur noch sieben Zähler dahinter. Montoya schob sich mit 55 Punkten auf Platz drei vor Ralf Schumacher (53). Barrichello blieb mit 49 Punkten Fünfter, war aber nach diesem Sieg wieder näher an der Spitze. Bei den Teams baute Ferrari mit 118 Punkten den Vorsprung auf Williams (108) aus, McLaren lag mit 95 Punkten auf Platz drei. Fünf Rennen vor Schluss hatten damit noch vier Fahrer eine realistische Chance auf den Titel. Als Nächstes stand der GP Deutschland auf dem Hockenheimring an.
Das Rennen in Zahlen
Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).
Positionsverlauf
Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.Gewonnene und verlorene Plätze
| Fahrer | Start | Ziel | Plätze |
|---|---|---|---|
| Jenson Button | 20 | 8 | +12 |
| David Coulthard | 12 | 5 | +7 |
| Juan Pablo Montoya | 7 | 2 | +5 |
| Ralph Firman | 17 | 13 | +4 |
| Jos Verstappen | 19 | 15 | +4 |
| Olivier Panis | 13 | 11 | +2 |
| Heinz-Harald Frentzen | 14 | 12 | +2 |
| Justin Wilson | 18 | 16 | +2 |
| Michael Schumacher | 5 | 4 | +1 |
| Rubens Barrichello | 1 | 1 | 0 |
| Kimi Räikkönen | 3 | 3 | 0 |
| Cristiano da Matta | 6 | 7 | −1 |
| Jacques Villeneuve | 9 | 10 | −1 |
| Nick Heidfeld | 16 | 17 | −1 |
| Mark Webber | 11 | 14 | −3 |
| Jarno Trulli | 2 | 6 | −4 |
| Ralf Schumacher | 4 | 9 | −5 |
WM-Stand vorher und nachher
| Platz | Fahrer | vorher | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | Michael Schumacher | 1 (64) | 69 |
| 2 | Kimi Räikkönen | 2 (56) | 62 |
| 3 | Juan Pablo Montoya | 4 (47) | 55 |
| 4 | Ralf Schumacher | 3 (53) | 53 |
| 5 | Rubens Barrichello | 5 (39) | 49 |
| 6 | Fernando Alonso | 6 (39) | 39 |
| 7 | David Coulthard | 7 (29) | 33 |
| 8 | Jarno Trulli | 8 (13) | 16 |
| 9 | Mark Webber | 9 (12) | 12 |
| 10 | Jenson Button | 11 (10) | 11 |
Quellen
Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite
- Ergebnis und Daten GP Großbritannien 2003 – formel-1-livestream.de
- 2003 British Grand Prix – Wikipedia
- Silverstone F1 '03: The high point of Barrichello's Ferrari career – Autosport
- 69 – 2003 British GP – Motor Sport Magazine
- British GP 2003: Rubens races away in Britain – Crash.net


