Rückblick · erstellt am · Rennen vom 6. Juli 2003

GP Frankreich 2003: Ralf Schumacher führt Williams-Doppelsieg an

Ralf Schumacher gewinnt in Magny-Cours von der Pole vor Montoya – der zweite Williams-Doppelsieg in Folge. Dahinter: Funkstreit und Renault-Doppelausfall.

Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann

GP Frankreich 2003: Williams-Doppelsieg in Magny-Cours

Ralf Schumacher gewann den Großen Preis von Frankreich 2003 auf dem Circuit de Nevers Magny-Cours von der Pole Position aus und lag laut grandprix.com in jeder Runde vorn. Sein Teamkollege Juan Pablo Montoya machte als Zweiter den Doppelsieg für Williams perfekt, Weltmeister Michael Schumacher wurde im Ferrari Dritter. Ralf baute seinen Vorsprung früh aus und hielt ihn auch beim letzten Boxenstopp. Montoya dagegen haderte mit dem Timing dieses Stopps, und daraus sollte noch ein handfester Streit im Team werden.

Start und Rennverlauf: Ralf Schumacher kontrolliert von der Spitze

Beim Start behielten die beiden Williams-BMW ihre Plätze aus der ersten Startreihe. Dahinter schob sich Kimi Räikkönen im McLaren in der ersten Kurve an Michael Schumacher vorbei, und auch David Coulthard setzte den Ferrari durch die ersten Kurven Seite an Seite unter Druck. Michael Schumacher konnte nach dem Rennen selbst nicht sagen, ob er beim Start zu langsam reagiert hatte oder ob es am Auto lag.

An der Spitze lag Ralf Schumacher laut Wikipedia nach zehn Runden rund vier Sekunden vorn, nach der ersten Stoppserie waren es etwa sieben. Ganz ohne Probleme lief sein Rennen aber nicht. Nach dem ersten Stopp fühlte sich sein Auto schlechter an, und er verlor Zeit hinter Überrundeten, unter anderem unter Gelb hinter Jarno Trulli. Die Spitzenfahrer kamen alle dreimal an die Box. Ralf stoppte laut der offiziellen Boxenstopp-Übersicht in den Runden 18, 35 und 51, Montoya jeweils eine Runde früher in den Runden 17, 34 und 50.

Montoya kam im ersten Stint mit der Balance seines Autos nicht zurecht. Er funkte alle halbe Runde an die Box, um die Abstimmung anzupassen, und kehrte nach dem ersten Stopp sieben bis acht Sekunden hinter Ralf auf die Strecke zurück. Nach dem Rennen gab der Kolumbianer zu, er habe sich im Auto „nicht allzu wohl gefühlt“ und Zeit verloren (grandprix.com).

Montoyas Funkstreit mit Williams

Entschieden wurde das Duell der Teamkollegen in der letzten Stoppphase. Montoya kam in Runde 50 herein, Ralf eine Runde später, und der Deutsche blieb vorn. Montoya glaubte, das Team habe Ralf bevorzugt. Williams-Technikchef Patrick Head sagte später, Montoya habe fälschlicherweise angenommen, man habe Ralf über seinen Stopp informiert und ihn deshalb eine Runde früher hereingeholt. Laut Head schimpfte Montoya daraufhin etwa zehn Minuten lang über Funk auf das Team. Dafür erhielt er eine schriftliche Verwarnung (f1technical.net).

Danach nahm Montoya Tempo heraus. Nach eigener Aussage geschah das ohne Anweisung vom Team. Der Rückstand auf Michael Schumacher war zu diesem Zeitpunkt groß genug: Laut grandprix.com lag der Ferrari zehn Runden vor Schluss rund 20 Sekunden zurück.

Späte Einordnung: Im Februar 2004 erklärte Head gegenüber Autosport, Montoya habe sich nach diesem Streit binnen weniger Tage für einen Wechsel zu McLaren für 2005 entschieden (f1technical.net).

Kampf um Platz drei: Pech für McLaren

Hinter den Williams kämpften McLaren und Ferrari um den letzten Podestplatz. Coulthard stoppte früh und kam so laut Wikipedia an Michael Schumacher vorbei. Beim dritten Stopp verlor er aber seine Chance: Der Tankstutzen ließ sich nicht richtig ansetzen, die Crew musste auf den zweiten Tankschlauch wechseln, und den bekam sie nur schwer wieder ab. Laut Wikipedia fuhr Coulthard sogar mit noch angeschlossenem Schlauch los, blieb aber unverletzt. Ron Dennis sprach von einem Problem mit der Tankanlage. Am Ende wurde der Schotte Fünfter.

Räikkönen lag lange auf Platz drei, verlor aber viel Zeit hinter Überrundeten. Er hatte den Eindruck, dass sie die blauen Flaggen ignorierten. Nach seinem letzten Stopp in Runde 47 zog Michael Schumacher, der erst in Runde 52 an die Box kam, an ihm vorbei. Etwa drei Runden vor Schluss verlor der Finne laut grandprix.com eine hintere Bremsscheibe und brachte den McLaren ohne Hinterradbremsen als Vierter ins Ziel.

Ausfälle: Doppelter Motorschaden bei Renault

Für Renault war Magny-Cours ein schwarzer Tag. Fernando Alonso hatte gerade seinen Teamkollegen Trulli überholt, als sein Motor auf dem Weg zur Haarnadel plötzlich in einer Rauchwolke versagte. Er wurde mit 43 Runden gewertet. Bei Trulli ließ die Leistung fünf oder sechs Runden nach seinem zweiten Stopp nach und wurde immer schlechter, bis das Auto nach 45 Runden stehen blieb. Laut Technikdirektor Mike Gascoyne fielen in dieser Saison zum ersten Mal beide Renault aus (grandprix.com).

Auch Giancarlo Fisichella musste seinen Jordan nach 42 Runden mit Motorschaden abstellen. Besonders bitter war der Ausfall von Jenson Button: Bei seinem ersten Stopp passte der Tankstutzen nicht, die BAR-Crew wechselte auf die zweite Tankanlage und füllte nur einen Bruchteil der geplanten Menge ein. Button ging der Sprit aus, bevor er wieder an die Box kommen konnte. Technikdirektor Geoffrey Willis entschuldigte sich für den Fehler (grandprix.com).

Gewinner und Verlierer: Webber, Panis und Barrichellos Fehler

Mark Webber fuhr von Startplatz neun auf Rang sechs. Dabei geriet der Jaguar-Pilot auf dem Weg zu seinem ersten Stopp im letzten Sektor in Spritnot. Danach drückte er voll aufs Tempo und holte zum dritten Mal in Folge Punkte. Olivier Panis sicherte sich als Achter den letzten Punkt beim Heimrennen. Für den Toyota-Fahrer war es nach eigener Aussage seine erste Zielankunft in Magny-Cours überhaupt (grandprix.com).

Rubens Barrichello verpatzte dagegen die erste Runde. Dicht hinter Alonso kam er an der neu gestalteten Schikane vor der Start-Ziel-Geraden über den Randstein und fiel ans Ende des Feldes zurück. Barrichello nahm den Fehler auf seine Kappe. Mit zwei Stopps statt drei kämpfte er sich noch auf Platz sieben vor, eine Runde zurück.

Die meisten Plätze gewann Justin Wilson: Er fuhr im Minardi von Startplatz 20 auf Rang 14. Im Qualifying hatte er laut Wikipedia eine Zeit verloren, weil sein Auto 2,5 Kilogramm unter dem Mindestgewicht lag. Auch Heinz-Harald Frentzen machte im Sauber vier Plätze gut und kam als Zwölfter ins Ziel. Weitere Fahrer im Ziel waren Jacques Villeneuve (9.), Antônio Pizzonia (10.), Cristiano da Matta (11.), Nick Heidfeld (13.), Ralph Firman (15.) und Jos Verstappen (16.).

WM-Stand nach dem GP Frankreich 2003 und Einordnung

Im WM-Stand 2003 führte Michael Schumacher nach dem zehnten Saisonlauf mit 64 Punkten, acht Zähler vor Räikkönen (56). Ralf Schumacher rückte mit 53 Punkten bis auf drei Zähler an den Finnen heran, Montoya folgte mit 47. Noch enger war es bei den Teams: Ferrari lag mit 103 Punkten nur noch drei Zähler vor Williams (100). McLaren folgte mit 85, Renault mit 52 Punkten.

Nach dem Sieg beim GP Europa feierte Williams-BMW damit den zweiten Doppelsieg in Folge. Für Ralf Schumacher war es der sechste Grand-Prix-Sieg, und diesmal holte er ihn endlich von der Pole Position aus: „Endlich habe ich es von der Pole Position aus geschafft!“ (grandprix.com). Ferrari-Teamchef Jean Todt räumte ein, das Kräfteverhältnis habe sich in Richtung Williams verschoben. Michael Schumacher dagegen betonte, Ferrari stecke „definitiv nicht in einer Krise“ (grandprix.com).

Späte Einordnung: Es sollte Ralf Schumachers letzter Formel-1-Sieg bleiben, und laut Wikipedia ist es bis heute der letzte Doppelsieg von Williams.

Das Rennen in Zahlen

Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).

Positionsverlauf

Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.
110203040506070RundeSCHMONMSCRAICOUWEBBAROlivier PanisVILPIZ

WM-Stand vorher und nachher

PlatzFahrervorherPunkte
1Michael Schumacher1 (58)64
2Kimi Räikkönen2 (51)56
3Ralf Schumacher3 (43)53
4Juan Pablo Montoya4 (39)47
5Rubens Barrichello6 (37)39
6Fernando Alonso5 (39)39
7David Coulthard7 (25)29
8Jarno Trulli8 (13)13
9Mark Webber11 (9)12
10Giancarlo Fisichella9 (10)10

Quellen

Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite

  1. Ergebnis und Daten GP Frankreich 2003 – formel-1-livestream.de
  2. French GP 2003 – Race notes: Ralf claims another Williams-BMW 1-2 – grandprix.com
  3. 2003 French Grand Prix – Wikipedia
  4. Mobil 1 Grand Prix de France 2003 – Pit Stop Summary – Formula 1
  5. French GP row made JPM leave – F1technical.net

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