Rückblick · erstellt am · Rennen vom 29. Juni 2003

GP Europa 2003: Ralf Schumacher siegt nach Räikkönens Motorschaden

Ralf Schumacher führt am Nürburgring einen Williams-Doppelsieg an. Polesetter Räikkönen scheidet mit Motorschaden aus, Michael dreht sich im Montoya-Duell.

Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann

GP Europa 2003 in Kürze: Williams-Doppelsieg am Nürburgring

Ralf Schumacher gewann den GP Europa 2003 auf dem Nürburgring vor seinem Teamkollegen Juan Pablo Montoya. Damit feierte Williams einen Doppelsieg, Rubens Barrichello wurde im Ferrari Dritter. Entschieden wurde das Rennen in Runde 25: Da ging bei Polesetter Kimi Räikkönen im McLaren der Motor kaputt, als er klar in Führung lag.

Start und erste Stopps: Räikkönen führt, Ralf geht an Michael vorbei

Räikkönen fuhr in der Eifel seine erste Pole-Position in der Formel 1 ein und behielt auch am Start die Führung. Hinter ihm kam es zum Bruderduell: Ralf Schumacher startete von Platz drei, erwischte den besseren Start und zog in der ersten Kurve an Michael Schumacher vorbei auf Rang zwei. Michael war nicht gut vom Fleck gekommen. Montoya rutschte in der Anfangsphase auf Platz fünf zurück.

Räikkönen setzte sich ab und holte sich einige Sekunden Vorsprung. In Runde 16 kam er zum ersten Tankstopp, damit übernahm Ralf Schumacher die Führung. Der Williams-Pilot war mit mehr Sprit an Bord gestartet und blieb bis Runde 21 draußen. Nach seinem Stopp lag aber wieder der Finne vorn. Montoya ließ bei seinem ersten Stopp nur die Hinterreifen wechseln. Erst beim zweiten Stopp gab es einen kompletten Satz, und danach lief sein Auto laut seiner eigenen Aussage deutlich besser.

Die Entscheidung: Räikkönens Motorschaden in Runde 25

Alles deutete auf den Sieg von Räikkönen hin. Laut den Quellen lag er knapp fünf Sekunden vor Ralf Schumacher, Wikipedia nennt 4,8 Sekunden. Dann gab der Mercedes-Motor im Heck des McLaren nach 25 Runden auf. Es war der erste Ausfall des Rennens, und er traf ausgerechnet den Spitzenreiter. Räikkönen sagte danach, er habe vorher keinerlei Anzeichen für den Defekt gehabt, das Auto habe sich großartig angefühlt.

Ab Runde 26 führte Ralf Schumacher, und diesen Platz gab er bis zur Zielflagge nicht mehr her. Mit dem Ausfall von Räikkönen war der Weg frei für Williams. Das Team setzte seine Strategie mit langen Stints sauber um und hielt beide Autos vorn. Am Ende hatte Ralf 16,821 Sekunden Vorsprung auf Montoya.

Montoya gegen Michael Schumacher: Dreher in der Dunlop-Kehre

Der umstrittenste Moment kam in Runde 43. Nach der zweiten Stopp-Runde hatte Montoya im Kampf um Platz zwei den Abstand auf Michael Schumacher Stück für Stück verkürzt. Auf der Anfahrt zur Dunlop-Kehre fuhren beide Seite an Seite. Montoya versuchte es außen, Schumacher verteidigte innen. Die Autos berührten sich, der Ferrari drehte sich ins Kiesbett und blieb dort stecken. Streckenposten schoben ihn wieder auf die Strecke, und der Weltmeister fuhr als Sechster weiter.

Die Rennkommissare ermittelten, verhängten aber keine Strafe. Beide Fahrer werteten die Szene als normalen Rennunfall. Montoya beschrieb es so: „I went down into the hairpin, he blocked the inside, I went for the outside and we touched.“ Schumacher selbst sprach von einem „straightforward racing incident“.

Davon profitierte Barrichello, der laut grandprix.com fast das ganze Rennen über mit dem Fahrverhalten seines Ferrari kämpfte. Er kam mit 39,673 Sekunden Rückstand als Dritter ins Ziel.

Schlussphase: Alonso hält Michael Schumacher auf, Coulthard im Kies

In der Schlussphase ging es um Platz vier. David Coulthard im zweiten McLaren kämpfte dort mit Fernando Alonso im Renault. In Runde 57 bremste Alonso vor der Schikane deutlich früher, als Coulthard erwartet hatte. Coulthard musste ausweichen, verlor die Kontrolle und landete im Kiesbett. Auch hier griffen die Rennkommissare nach Prüfung von Telemetrie und Videobildern nicht ein. Coulthard wurde mit 56 Runden trotzdem noch als 15. gewertet.

So rückte Michael Schumacher auf Platz fünf vor und holte Alonso noch ein. In der letzten Runde hing er dem Spanier im Getriebe, doch Alonso hielt dem Druck bis zum Schluss stand. Am Ende lagen nur 0,431 Sekunden zwischen den beiden.

Ausfälle beim GP Europa 2003: Trulli, Panis und Toyota

Neben Räikkönen erwischte es vier weitere Fahrer:

  • Kimi Räikkönen (McLaren): Motorschaden nach 25 Runden, in Führung liegend.
  • Jarno Trulli (Renault): Er fiel nach 37 Runden mit Problemen beim Benzindruck aus. Schon beim ersten Boxenstopp war Alonso an ihm vorbeigegangen.
  • Olivier Panis (Toyota): Ebenfalls nach 37 Runden war für ihn Schluss. Er lag auf Platz acht, als er sich wegen blockierender Vorderbremsen zum ersten Mal drehte. Später drehte er sich erneut und der Motor ging aus.
  • Jacques Villeneuve (BAR): Getriebeschaden nach 51 Runden. Schon früher im Rennen hatte er sich bei hohem Tempo gedreht und an einer Schikane den Frontflügel beschädigt.
  • Cristiano da Matta (Toyota): Motorschaden nach 53 Runden. Damit sah keiner der beiden Toyota das Ziel.

Gewinner, Verlierer und WM-Stand nach dem GP Europa 2003

Gewinner des Tages war neben dem Williams-Duo vor allem Nick Heidfeld. Weil er im Qualifying keine gezeitete Runde hatte, musste der Sauber-Pilot aus der Boxengasse starten. Mit zwölf gewonnenen Plätzen fuhr er noch auf Rang acht und holte den letzten Punkt. Mark Webber kam im Jaguar von Startplatz elf auf Platz sechs. Lange steckte er hinter Jenson Button fest, bis er beim zweiten Stopp an ihm vorbeiging. Button wurde Siebter. Je sechs Plätze machten Heinz-Harald Frentzen, Antônio Pizzonia und Justin Wilson (Minardi) gut.

Größter Verlierer war Räikkönen: Von der Pole verlor er durch den Ausfall 19 Plätze und wertvolle WM-Punkte.

Im WM-Stand 2003 baute Michael Schumacher seine Führung aus. Er hatte jetzt 58 Punkte, Räikkönen 51. Ralf Schumacher kletterte mit 43 Punkten auf Platz drei. Montoya und Alonso hatten beide 39 Punkte, Montoya lag auf Rang vier und Alonso fiel auf Rang fünf zurück. Bei den Teams führte Ferrari mit 95 Punkten vor Williams mit 82, das damit an McLaren (76) vorbeizog.

Einordnung: Für Ralf Schumacher war es der fünfte Grand-Prix-Sieg seiner Karriere und der erste seit dem GP Malaysia 2002. Dort hatte Williams zuletzt einen Doppelsieg gefeiert. Für BMW-Williams war der Nürburgring ein klares Zeichen: Mitten in der Saison waren die Michelin-bereiften Autos zu echten Titelanwärtern geworden. Ferrari und Bridgestone dagegen hatten auf dieser Strecke einen schweren Stand.

Das Rennen in Zahlen

Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).

Positionsverlauf

Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.
1102030405060RundeSCHMONBARALOMSCWEBBUTHEIHeinz-Harald FrentzenPIZ

WM-Stand vorher und nachher

PlatzFahrervorherPunkte
1Michael Schumacher1 (54)58
2Kimi Räikkönen2 (51)51
3Ralf Schumacher4 (33)43
4Juan Pablo Montoya5 (31)39
5Fernando Alonso3 (34)39
6Rubens Barrichello6 (31)37
7David Coulthard7 (25)25
8Jarno Trulli8 (13)13
9Giancarlo Fisichella9 (10)10
10Jenson Button10 (8)10

Quellen

Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite

  1. Ergebnis und Daten GP Europa 2003 – formel-1-livestream.de
  2. European GP 2003 – Race Notes: Ralf wins Williams 1-2 – grandprix.com
  3. European GP 2003 – Race Report – grandprix.com
  4. 2003 European Grand Prix – Wikipedia
  5. 2003 European Grand Prix – Formula One History

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