GP Großbritannien 2002: Schumacher siegt im Silverstone-Regen
Michael Schumacher gewann den verregneten GP Großbritannien 2002. Bridgestone-Intermediates gaben den Ausschlag, Barrichello raste vom Ende auf Platz 2.
Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann
GP Großbritannien 2002: Schumacher gewinnt das Regenrennen von Silverstone
Michael Schumacher gewann den GP Großbritannien 2002 auf dem Silverstone Circuit vor seinem Ferrari-Teamkollegen Rubens Barrichello und Polesetter Juan Pablo Montoya im Williams. Entschieden wurde das Rennen, als der Regen einsetzte: Die Bridgestone-Intermediates von Ferrari waren deutlich schneller als die Michelin-Regenreifen der Konkurrenz. In Runde 16 ging Schumacher an Montoya vorbei und gab die Führung bis ins Ziel nicht mehr ab.
Start in Silverstone: Montoya führt, Barrichello muss von hinten los
Montoya hatte die Pole Position geholt, Barrichello stand als Zweiter neben ihm und Schumacher auf Startplatz 3. Die Ausgangslage war damit offen, doch noch vor dem Start ging für Ferrari etwas schief. Barrichellos Wagen starb in der Startaufstellung ab. Das Team brachte ihn zwar mit einem neuen Lenkrad wieder in Gang, Barrichello musste aber vom Ende des Feldes starten. Auch Olivier Panis würgte seinen BAR ab und wechselte ins Ersatzauto.
Allan McNish kam gar nicht erst los: Am Toyota streikte die Kupplung, und er schied in Runde 0 aus. Montoya behielt in der ersten Kurve die Führung, und Schumacher setzte sich direkt hinter ihn. Felipe Massa drehte sich im Sauber schon in der ersten Kurve, fuhr aber weiter.
Das Rennen begann bei bedecktem Himmel auf trockener Strecke. Schon nach der ersten Runde fielen auf dem südlichen Teil der Strecke die ersten Tropfen.
Regen und Reifenwahl: Bridgestone-Intermediates gegen Michelin-Regenreifen
In den ersten Runden regnete es immer stärker, und um Runde 13 wechselten die meisten Fahrer die Reifen. Dabei zeigte sich der große Unterschied zwischen den Reifenherstellern: Die Bridgestone-Teams fuhren auf Intermediates, während Michelin noch keinen konkurrenzfähigen Intermediate im Angebot hatte. Die Michelin-Teams hatten nur die Wahl zwischen Regen- und Trockenreifen und zogen die vollen Regenreifen auf. Auf der nur feuchten Strecke waren diese klar unterlegen.
Montoya hatte Schumacher zuvor mehrfach abgewehrt. Gegen den Ferrari auf Intermediates hatte er nun aber keine Chance mehr. In Runde 16 ging Schumacher in Abbey innen an ihm vorbei, und von da an war das Rennen entschieden. Laut Wikipedia trocknete die Strecke um Runde 23 ab, in Runde 28 kam ein neuer Schauer, und ab etwa Runde 40 wurde es wieder trocken. Schumacher behielt in allen diesen Phasen die Kontrolle. Er stoppte insgesamt dreimal und blieb auch nach seinem letzten Stopp in Führung.
Nach dem Rennen sprach Schumacher von einem „very special race today for the circumstances“. Er lobte die Reifen und die Strategie von Ross Brawn (zitiert nach Wikipedia).
Barrichellos Aufholjagd und das Duell mit Montoya
Die zweite Geschichte des Tages schrieb Barrichello. Vom Ende des Feldes arbeitete er sich laut crash.net bis Runde 6 auf Platz 8 nach vorne. Wikipedia zufolge überholte er Montoya in Runde 20 in Luffield und lag damit auf Platz 2. Er drehte sich zwar etwa zur Rennhälfte, verlor die Position dabei aber noch nicht.
Nach den Boxenstopps in Runde 40 kam Barrichello mit kalten Reifen auf die Strecke, und Montoya ging an ihm vorbei. Laut Wikipedia hatte Barrichellos Tankstopp 6,4 Sekunden gedauert. In der Schlussphase holte sich der Brasilianer den zweiten Platz in Copse zurück. Dabei berührte Montoyas Vorderrad kurz Barrichellos linkes Hinterrad. Bei der Runde dieses Manövers sind sich die Quellen nicht einig: Wikipedia nennt Runde 47, crash.net Runde 46.
Die Ferrari-Doppelführung stand damit. Montoya rettete Platz 3 und war als einziger Fahrer außerhalb von Ferrari nicht überrundet.
Ausfälle und Pannen: McLaren und Williams mit Problemen
Elf Autos kamen ins Ziel, und kaum ein Team blieb ohne Probleme. Die Ausfälle in der Reihenfolge des Rennens:
- Mark Webber (Minardi) schied nach Runde 9 mit einem Kupplungsdefekt aus und drehte sich dabei in Stowe.
- Mika Salo (Toyota) stellte seinen Wagen nach Runde 15 mit Antriebsschaden ab. Damit fielen beide Toyota aus.
- Heinz-Harald Frentzen (Arrows) hatte nach Runde 20 einen Motorschaden.
- Eddie Irvine (Jaguar) drehte sich nach Runde 23 in Stowe ins Aus.
- Enrique Bernoldi (Arrows) schied nach Runde 28 mit Antriebswellenschaden aus.
- Jarno Trulli (Renault) hatte nach Runde 29 ein Elektronikproblem, das laut Wikipedia Getriebe und Traktionskontrolle lahmlegte.
- Kimi Räikkönen (McLaren) fiel nach Runde 44 mit Motorschaden aus.
- Takuma Sato (Jordan) hatte nach Runde 50 einen Motorschaden.
- Jenson Button (Renault) musste nach Runde 54 wegen eines losen linken Vorderrads aufgeben. Er wurde trotzdem als Zwölfter gewertet.
Auch bei den Boxenstopps lief viel schief. McLaren verpasste wegen Funkstörungen den richtigen Zeitpunkt für den Reifenwechsel. Bei David Coulthard und Räikkönen funktionierte die Tankanlage zunächst nicht. Coulthard stoppte viermal, und bei einem Stopp schlugen hinten Flammen aus seinem Auto. Er nannte das Rennen hinterher einen „terrible Grand Prix for us“ (zitiert nach Wikipedia). Bei Ralf Schumacher öffnete sich in Runde 32 der Tankstutzen nicht. Er bekam keinen Sprit, fiel laut Wikipedia von Platz 4 auf Platz 8 zurück und kam auch als Achter ins Ziel.
Gewinner und Verlierer: BAR punktet erstmals 2002
Zu den Gewinnern des Tages gehörte BAR. Jacques Villeneuve fuhr von Startplatz 9 auf Rang 4, Panis von Startplatz 13 auf Rang 5. Es waren die ersten WM-Punkte des Teams in dieser Saison, und auch BAR fuhr auf Bridgestone. Nick Heidfeld holte als Sechster einen Punkt für Sauber.
Die meisten Plätze gutgemacht haben laut Ergebnis Giancarlo Fisichella (Jordan, von 17 auf 7) und Pedro de la Rosa (Jaguar, von 21 auf 11) mit jeweils zehn Positionen. Die Statistik führt Barrichello mit null gewonnenen Plätzen, weil sie von seinem Startplatz 2 ausgeht. Tatsächlich musste er aber vom Ende des Feldes starten, und seine Fahrt auf Platz 2 war die eigentliche Aufholjagd des Rennens. Massa wurde Neunter, obwohl er sich laut crash.net dreimal drehte.
Auf der Verliererseite standen die Michelin-Teams. Williams stand mit Ralf Schumacher von Startplatz 4 weit vorne, doch er wurde nur Achter. Für McLaren blieb nur Coulthards zehnter Platz mit zwei Runden Rückstand. Salo verlor durch seinen Ausfall elf Positionen, Räikkönen neun und Trulli acht.
WM-Stand nach Silverstone 2002: Schumacher enteilt
Es war Schumachers siebter Saisonsieg und laut Wikipedia sein 60. Grand-Prix-Sieg. Im WM-Stand 2002 hatte er danach 86 Punkte. Barrichello rückte mit 32 Punkten auf Platz 2 vor, knapp vor Montoya mit 31 und Ralf Schumacher mit 30. Coulthard folgte mit 26 Punkten auf Rang 5. Nach zehn von 17 Rennen hatte Schumacher also 54 Punkte Vorsprung, und die WM war praktisch schon entschieden.
Bei den Konstrukteuren baute Ferrari seine Führung auf 118 Punkte aus. Williams folgte mit 61 Punkten, McLaren mit 37. Silverstone 2002 zeigte, wie stark Ferrari in dieser Saison war, und zugleich, wie viel die Reifen bei wechselnden Bedingungen ausmachten. An diesem Tag lagen Bridgestone-Teams auf den Plätzen 1, 2, 4 und 5.
Das Rennen in Zahlen
Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).
Positionsverlauf
Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.Gewonnene und verlorene Plätze
| Fahrer | Start | Ziel | Plätze |
|---|---|---|---|
| Giancarlo Fisichella | 17 | 7 | +10 |
| Pedro de la Rosa | 21 | 11 | +10 |
| Olivier Panis | 13 | 5 | +8 |
| Jacques Villeneuve | 9 | 4 | +5 |
| Nick Heidfeld | 10 | 6 | +4 |
| Michael Schumacher | 3 | 1 | +2 |
| Felipe Massa | 11 | 9 | +2 |
| Rubens Barrichello | 2 | 2 | 0 |
| Jenson Button | 12 | 12 | 0 |
| Juan Pablo Montoya | 1 | 3 | −2 |
| Ralf Schumacher | 4 | 8 | −4 |
| David Coulthard | 6 | 10 | −4 |
WM-Stand vorher und nachher
| Platz | Fahrer | vorher | Punkte |
|---|---|---|---|
| 1 | Michael Schumacher | 1 (76) | 86 |
| 2 | Rubens Barrichello | 4 (26) | 32 |
| 3 | Juan Pablo Montoya | 3 (27) | 31 |
| 4 | Ralf Schumacher | 2 (30) | 30 |
| 5 | David Coulthard | 5 (26) | 26 |
| 6 | Kimi Räikkönen | 6 (11) | 11 |
| 7 | Jenson Button | 7 (10) | 10 |
| 8 | Nick Heidfeld | 9 (5) | 6 |
| 9 | Giancarlo Fisichella | 8 (6) | 6 |
| 10 | Jarno Trulli | 10 (4) | 4 |
Quellen
Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite
- Ergebnis und Daten GP Großbritannien 2002 – formel-1-livestream.de
- 2002 British Grand Prix – Wikipedia
- British GP 2002: Michael's march continues – Crash.net
- 2002 British Grand Prix – Formula One History


