Rückblick · erstellt am · Rennen vom 23. Juni 2002

GP Europa 2002: Barrichello führt jede Runde, Ferrari-Doppelsieg

Rubens Barrichello gewann den GP Europa 2002 am Nürburgring knapp vor Michael Schumacher. Polesetter Montoya schied nach Kollision aus.

Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann

GP Europa 2002 am Nürburgring: Barrichello siegt vor Schumacher

Rubens Barrichello gewann den GP Europa 2002 auf dem Nürburgring und lag dabei vom Start bis ins Ziel vorn. Hinter ihm kam sein Ferrari-Teamkollege Michael Schumacher mit nur 0,294 Sekunden Rückstand ins Ziel. Dritter wurde Kimi Räikkönen im McLaren. Entschieden war das Rennen schon in der ersten Runde: Barrichello ging von Startplatz vier aus an beiden Williams vorbei. Schumacher warf sich später mit einem Dreher selbst zurück.

Der Sieg war mehr als ein Erfolg in der Eifel. Nur einen Monat zuvor hatte Barrichello beim GP Österreich auf Anweisung des Teams kurz vor dem Ziel Schumacher vorbeigelassen. In der Woche nach dem Nürburgring musste Ferrari deshalb vor dem World Motor Sport Council der FIA erscheinen.

Der Start: Barrichello überrumpelt Montoya und Ralf Schumacher

Juan Pablo Montoya stand zum dritten Mal in Folge auf der Pole-Position, neben ihm sein Teamkollege Ralf Schumacher. Michael Schumacher startete als Dritter, Barrichello als Vierter. Am Himmel hingen Wolken, doch der angekündigte Regen kam nicht. Gefahren wurde erstmals auf dem umgebauten Kurs mit dem neuen Abschnitt nach der ersten Kurve.

Die Williams machten sich in den ersten Kurven gegenseitig das Leben schwer, und das nutzte Barrichello sofort. Er schob sich an Montoya vorbei und holte noch in der ersten Runde auch Ralf Schumacher ein. Michael Schumacher steckte die halbe Runde hinter Montoya fest und ging erst in der Veedol-Schikane an ihm vorbei. In der dritten Runde überholte er dann seinen Bruder und war Zweiter.

Weiter hinten ging es gleich in der ersten Kurve schief. Giancarlo Fisichella, der in seinem 100. Grand Prix von Platz 18 losfuhr, stach innen hinein und drehte dabei seinen Jordan-Teamkollegen Takuma Sato um. Beide mussten zur Reparatur an die Box und fielen ans Ende des Feldes zurück.

Rennverlauf: Schumachers Dreher in der RTL-Kurve

In der Anfangsphase hängte sich Michael Schumacher an Barrichellos Getriebe, nach rund zehn Runden fuhr er direkt hinter ihm. Doch in der Luftverwirbelung hinter dem anderen Ferrari fehlte ihm Abtrieb. Am Ausgang der RTL-Kurve brach das Heck aus, und Schumacher drehte sich in die neue Auslaufzone. Er blieb zwar Zweiter, lag nun aber etwa zehn Sekunden hinter Barrichello. Laut crash.net geschah der Dreher zwischen der 17. und der 24. Runde. Eine genaue Runde nennen die Quellen nicht.

Beide Ferrari fuhren mit zwei Stopps. Schumacher kam in der 24. Runde zum ersten Mal an die Box, Barrichello kurz danach, und an der Reihenfolge änderte sich nichts. Laut Wikipedia hielt Schumacher in der 43. Runde zum zweiten Mal, Barrichello in der 45. Runde. Danach rückte Schumacher bis auf etwa eine Sekunde heran. In den letzten zehn Runden wies Ferrari beide Fahrer an, die Positionen zu halten, und beide nahmen deutlich Tempo heraus. Schumacher erklärte später, man habe auf dieser Strecke einfach nicht überholen können: „we could not overtake on the circuit, that's it“ (Quelle: Wikipedia).

Kollision Montoya gegen Coulthard und weitere Ausfälle

Williams setzte auf einen Stopp, doch Montoya machten stark blasenwerfende Michelin-Reifen zu schaffen. Michelin räumte nach dem Rennen ein, eine zu weiche Mischung mitgebracht zu haben. David Coulthard saß mehrere Runden hinter dem Kolumbianer und griff in der 28. Runde in der ersten Kurve an. In der Senke am Beginn des neuen Abschnitts verlor Montoya das Heck, und die beiden Autos berührten sich. Für beide war das Rennen nach 27 Runden mit beschädigter Aufhängung beendet. Laut crash.net gab Montoya später zu, den Unfall verursacht zu haben. Coulthard meinte, der Williams-Pilot „needs to calm down in races“ (Quelle: Wikipedia). Für Montoya war es der dritte Ausfall in Folge.

Weitere Ausfälle im Überblick:

  • Giancarlo Fisichella (Jordan): nach 26 Runden, offizieller Grund Unfall. Sein Auto war seit dem Crash in der ersten Kurve beschädigt.
  • Eddie Irvine (Jaguar): nach 41 Runden, Hydraulik.
  • Alex Yoong (Minardi): nach 48 Runden, Hydraulik. Laut crash.net musste er wegen eines Frühstarts außerdem durch die Boxengasse fahren.
  • Mika Salo (Toyota): nach 51 Runden, Getriebe. Laut Wikipedia hatte er sich kurz vorher gedreht.

Eddie Irvine, Alex Yoong und Mika Salo schieden damit alle mit technischen Defekten aus.

Gewinner und Verlierer: Räikkönen auf dem Podium, Button in den Punkten

Kimi Räikkönen fuhr von Startplatz sechs auf Rang drei. Er kam mit nur einem Stopp aus, laut Wikipedia in der 35. Runde, und stand zum ersten Mal seit dem Saisonauftakt in Australien wieder auf dem Podium. Ralf Schumacher verlor zwei Plätze und wurde Vierter. Fünfter wurde Jenson Button im Renault, der von Platz acht kam und erstmals seit fünf Rennen wieder punktete. Den letzten Punkt holte Felipe Massa für Sauber. Er war von Platz elf gestartet und kam mit einer Runde Rückstand ins Ziel.

Die meisten Plätze gewann Enrique Bernoldi im Arrows. Er fuhr von Startplatz 21 auf Rang elf, also zehn Positionen nach vorn. Ebenfalls weit nach vorn kamen Jacques Villeneuve (BAR, sieben Plätze, Rang zwölf) und Pedro de la Rosa (Jaguar, sechs Plätze, Rang zehn). Knapp ohne Punkte blieben Nick Heidfeld als Siebter, Jarno Trulli als Achter und Olivier Panis als Neunter. Dahinter kamen Heinz-Harald Frentzen auf Rang 13, Allan McNish auf Rang 14, Mark Webber auf Rang 15 und Sato auf Rang 16 ins Ziel.

Die großen Verlierer waren Montoya, der von der Pole aus ohne Punkte blieb, und Coulthard, der von Startplatz fünf aus ebenfalls leer ausging.

WM-Stand nach dem GP Europa 2002 und Einordnung

Mit Rang zwei baute Michael Schumacher seine Führung im WM-Stand 2002 weiter aus. Er hatte nun 76 Punkte, 46 mehr als sein Bruder Ralf mit 30. Montoya blieb mit 27 Punkten Dritter. Barrichello hatte nun 26 Punkte und schob sich auf Rang vier, punktgleich vor Coulthard. Bei den Konstrukteuren lag Ferrari mit 102 Punkten bereits 45 Zähler vor Williams mit 57. McLaren folgte mit 37 Punkten.

Für Barrichello war es der zweite Grand-Prix-Sieg seiner Karriere und der erste seit dem GP Deutschland 2000 in Hockenheim. Diesmal blieb es bei der Reihenfolge auf der Strecke. Damit verpasste Schumacher vor heimischem Publikum seinen 60. Grand-Prix-Sieg. Kritiker deuteten den knappen Zieleinlauf trotzdem als Teamregie, nur diesmal in umgekehrter Richtung. Teamchef Jean Todt bestritt, dass der Ausgang mit der bevorstehenden FIA-Anhörung zu tun hatte.

Das Rennen in Zahlen

Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).

Positionsverlauf

Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.
1102030405060RundeBARMSCRAISCHBUTMASHEITRUOlivier PanisDLR

WM-Stand vorher und nachher

PlatzFahrervorherPunkte
1Michael Schumacher1 (70)76
2Ralf Schumacher2 (27)30
3Juan Pablo Montoya3 (27)27
4Rubens Barrichello5 (16)26
5David Coulthard4 (26)26
6Kimi Räikkönen7 (7)11
7Jenson Button6 (8)10
8Giancarlo Fisichella8 (6)6
9Nick Heidfeld9 (5)5
10Jarno Trulli10 (4)4

Quellen

Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite

  1. Ergebnis und Daten GP Europa 2002 – formel-1-livestream.de
  2. 2002 European Grand Prix – Wikipedia
  3. European GP 2002: Rubens turns tables – Crash.net
  4. Barrichello wins at last – Dawn

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