Rückblick · erstellt am · Rennen vom 28. April 2002

GP Spanien 2002: Schumacher siegt, Barrichello bleibt stehen

Michael Schumacher gewann den GP Spanien 2002 ungefährdet von der Pole vor Montoya und Coulthard. Barrichello blieb stehen, Minardi zog zurück.

Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann

GP Spanien 2002 im Überblick: Start-Ziel-Sieg für Michael Schumacher

Beim GP Spanien 2002 auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya fuhr Michael Schumacher einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg. Er startete von der Pole Position, lag in allen 65 Runden vorn und gewann im Ferrari mit 35,630 Sekunden Vorsprung auf Juan Pablo Montoya im Williams. Dritter wurde David Coulthard im McLaren. Spannend war das Rennen vor allem wegen der vielen Defekte: Schon vor dem Start fehlten drei Autos, und der Ferrari-Teamkollege des Siegers rollte nicht einmal über die Linie.

Barrichello und Minardi fehlen: nur 19 Autos am Start

Das Feld war schon vor dem Start kleiner geworden. Bei Minardi brachen in Training, Qualifying und Warm-up mehrfach Flügel, zuletzt verlor Mark Webber im Warm-up seinen Heckflügel. Alex Yoong hatte schon im Qualifying seinen Frontflügel verloren. Teamchef Paul Stoddart zog daraufhin beide Autos aus Sicherheitsgründen zurück. Vor Ort konnte das Team nicht prüfen, ob auch die übrigen Flügel einen Fertigungsfehler hatten, deshalb wurden die Teile zur Untersuchung ins Werk nach Faenza geschickt.

Dann traf es Ferrari. Rubens Barrichello stand neben Schumacher in der ersten Reihe, aber zur Einführungsrunde bewegte sich sein Auto nicht. Er bekam keinen Gang hinein, und die Mechaniker schoben den Wagen in die Boxengasse. Weil das Ersatzauto nach dem Rennstart nicht mehr erlaubt war, wurde er offiziell mit Getriebeschaden als zurückgezogen gewertet. Pikant dabei: Laut Wikipedia saß Schumacher selbst im Ersatzauto, weil sein Stammauto im Warm-up Probleme mit der Hydraulik gehabt hatte.

Rennverlauf: Start, Räikkönens Flügelbruch und Ralfs Ausrutscher

Beim Start hielt Michael Schumacher in der ersten Kurve seinen Bruder Ralf Schumacher im zweiten Williams hinter sich. Montoya lag auf Platz drei. Kimi Räikkönen fuhr außen an Jenson Button im Renault vorbei und wurde Vierter. Laut Atlas F1 lag Schumacher nach der ersten Runde 1,5 Sekunden vorn, danach fuhr er seinen Verfolgern Runde um Runde davon.

Für Räikkönen war das Rennen schnell vorbei. Auf der Start-Ziel-Geraden brach sein Heckflügel. Wikipedia nennt einen Ermüdungsbruch an einem unteren Flügelelement als Ursache. Der Finne behielt die Kontrolle, und die Trümmer verfehlten Button nur knapp. Nach vier Runden war Schluss. McLaren prüfte daraufhin die Daten, sah bei Coulthards Auto kein Risiko und ließ ihn weiterfahren.

In Runde 28 kam Schumacher zum ersten Stopp und fuhr danach mit 11 Sekunden Vorsprung auf Montoya weiter. Eine Runde später geriet Ralf Schumacher in der Campsa-Kurve aufs Gras. Dabei beschädigte er den Frontflügel und verlor ein Leitblech. Laut Crash.net war beim folgenden Boxenstopp das linke Vorderrad nicht sofort bereit. Ralf fiel von Rang drei auf Rang 13 zurück und musste später noch einmal für eine neue Nase an die Box. In der letzten Runde stieg dann Rauch aus dem Heck seines Wagens auf. Mit Motorschaden wurde er nach 63 Runden als Elfter gewertet.

Montoyas Boxenstopp-Drama und Coulthards Weg aufs Podium

Hinter dem Ferrari stand Montoya sicher auf Platz zwei, doch sein zweiter Stopp hätte schlimm ausgehen können. Williams schickte den Kolumbianer zu früh los. Chefmechaniker Carl Gaden wollte das Auto noch aufhalten und geriet mit dem Fuß unter das linke Vorderrad. Er blieb nach übereinstimmenden Berichten ohne ernste Verletzung. Montoya kam trotzdem vor Coulthard zurück auf die Strecke und brachte Platz zwei ins Ziel.

Coulthard fiel nach seinem ersten Stopp kurz zurück. Laut Atlas F1 überholte er Button in Runde 34 und holte sich so Platz drei zurück. Damit gewann er gegenüber seinem siebten Startplatz vier Positionen. Im Ziel fehlten ihm 42,623 Sekunden auf den Sieger.

Ausfälle beim GP Spanien 2002: Hydraulik als Dauerproblem

Von den 19 Startern sahen viele das Ziel nicht. Allein vier Autos fielen mit Hydraulikproblemen aus:

  • Pedro de la Rosa (Jaguar): drehte sich nach 2 Runden von der Strecke.
  • Kimi Räikkönen (McLaren): Heckflügelbruch nach 4 Runden.
  • Giancarlo Fisichella (Jordan): Hydraulikschaden nach 5 Runden.
  • Takuma Sato (Jordan): Nach einem guten Start kam er laut Crash.net in Kurve 12 von der Linie ab und drehte sich in Kurve 13 ins Kiesbett, Aus nach 10 Runden.
  • Enrique Bernoldi (Arrows): Hydraulikschaden nach 40 Runden, zuvor hatte er gegen Villeneuve gekämpft.
  • Eddie Irvine (Jaguar): Hydraulikschaden nach 41 Runden.
  • Olivier Panis (BAR): Auspuffschaden nach 43 Runden.
  • Jenson Button (Renault): Er lag lange in den Punkten, dann kamen Hydraulikprobleme, und Renault ließ Trulli vorbei. Nach 60 Runden war Schluss, gewertet wurde er als Zwölfter.
  • Jarno Trulli (Renault): Motorschaden nach 63 Runden, gewertet als Zehnter. Laut Atlas F1 hatte ihn Heidfeld in Runde 57 schon von Platz vier verdrängt.
  • Ralf Schumacher (Williams): Motorschaden nach 63 Runden, gewertet als Elfter.

Gewinner und Verlierer: Sauber-Doppel, Frentzens erster Punkt

Der große Gewinner hinter den Spitzenteams war Sauber. Nick Heidfeld fuhr von Startplatz acht auf Rang vier. Felipe Massa startete als Elfter und wurde Fünfter. Mit sechs gutgemachten Plätzen gehörte er zu den stärksten Aufholern. Sauber war das einzige Team, bei dem beide Fahrer punkteten. Den letzten Punkt holte Heinz-Harald Frentzen als Sechster. Es war sein erster Punkt der Saison und zugleich der erste für Arrows. Laut Atlas F1 hatte er sich bis zum Schluss mit Massa duelliert.

Die meisten Plätze gewann Allan McNish. Er fuhr von Startplatz 19 auf Rang acht, das sind elf Positionen. Mika Salo wurde Neunter, damit kamen beide Toyota ins Ziel. Jacques Villeneuve machte acht Plätze gut und wurde Siebter. Die Verlierer des Tages waren Barrichello, der nicht startete, Räikkönen nach seinem frühen Flügelbruch und Ralf Schumacher. Er verlor acht Plätze und ging ohne Punkte nach Hause.

WM-Stand 2002 nach dem GP Spanien: Schumacher enteilt

Es war Michael Schumachers vierter Saisonsieg und laut Crash.net und Wikipedia der 57. Grand-Prix-Sieg seiner Karriere. Im WM-Stand 2002 baute er seine Führung mit 44 Punkten aus. Montoya hatte jetzt 23 Punkte und zog an Ralf Schumacher vorbei, der mit 20 Punkten auf Rang drei zurückfiel. Der Abstand an der Spitze betrug damit schon nach dem fünften Saisonlauf 21 Punkte. Coulthard wurde mit 9 Punkten Vierter vor Button mit 8. Bei den Konstrukteuren führte Ferrari mit 50 Punkten vor Williams mit 43, McLaren folgte weit dahinter mit 13 Punkten.

Das Rennen zeigte, wie stark der Ferrari F2002 war: Schumacher musste in Barcelona nie wirklich angreifen und kontrollierte das Rennen vom Start bis ins Ziel. Gleichzeitig waren die Flügelbrüche bei Minardi und McLaren eine Warnung, wie hart die Teams 2002 an der Grenze der Materialbelastung arbeiteten.

Das Rennen in Zahlen

Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).

Positionsverlauf

Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.
110203040506065RundeMSCMONCOUHEIMASHeinz-Harald FrentzenVILAllan McNishMika SaloTRU

WM-Stand vorher und nachher

PlatzFahrervorherPunkte
1Michael Schumacher1 (34)44
2Juan Pablo Montoya3 (17)23
3Ralf Schumacher2 (20)20
4David Coulthard6 (5)9
5Jenson Button4 (8)8
6Rubens Barrichello5 (6)6
7Nick Heidfeld9 (2)5
8Kimi Räikkönen7 (4)4
9Eddie Irvine8 (3)3
10Felipe Massa12 (1)3

Quellen

Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite

  1. Ergebnis und Daten GP Spanien 2002 – formel-1-livestream.de
  2. 2002 Spanish Grand Prix – Wikipedia
  3. Spanish GP 2002: Michael runs like clockwork – Crash.net
  4. Spanish GP 2002 Race Report – Atlas F1

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