Rückblick · erstellt am · Rennen vom 12. März 2000

GP Australien 2000: Ferrari-Doppelsieg nach McLaren-Doppelausfall

Michael Schumacher gewann in Melbourne vor Barrichello, nachdem beide McLaren mit Motorschaden ausfielen. BAR holte seine ersten WM-Punkte.

Start-Ziel-Gerade und Tribünen der Strecke Albert Park Grand Prix Circuit in unserer 3D-Umgebung, ohne Fahrzeuge
Bild: Szene aus unserer 3D-Wiedergabe

Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann

GP Australien 2000: Schumacher gewinnt den Saisonauftakt in Melbourne

Den ersten Lauf der Saison 2000 auf dem Albert Park Circuit gewann Michael Schumacher von Startplatz drei. Sein neuer Teamkollege Rubens Barrichello wurde Zweiter und machte den Doppelsieg für Ferrari perfekt. Auf Platz drei kam Ralf Schumacher im Williams, der von Startplatz elf ins Rennen gegangen war. Den Ausschlag gaben die Motorschäden an beiden Autos von McLaren, die aus der ersten Startreihe losgefahren waren. Danach brachte Ferrari seine Fahrer mit zwei verschiedenen Boxenstrategien sicher ins Ziel. Alle Ergebnisse und Daten findest du auf unserer Rennseite zum GP Australien 2000.

Start und Safety-Car: Turbulente erste Runden im Albert Park

Pole-Setter Mika Häkkinen führte nach dem Start vor David Coulthard. Beide Ferrari kamen schlecht weg. Schumacher behauptete in der ersten Kurve trotzdem Platz drei. Heinz-Harald Frentzen im Jordan ging dort an Barrichello vorbei (Quellen 2, 3). Die beste Startphase hatte Debütant Jenson Button, der von Platz 21 auf Rang 15 vorfuhr (Quellen 2, 3). Marc Gené im Minardi und Nick Heidfeld im Prost berührten sich in Kurve eins. Gené musste danach mit verbogener Lenkung an die Box (Quelle 2).

Für Johnny Herbert war das Debüt von Jaguar schon nach einer Runde vorbei. Als Grund ist ein Kupplungsschaden angegeben. Laut Atlas F1 hatte ihn zuvor Alexander Wurz getroffen (Quelle 3). Nach sechs Runden brach an Pedro de la Rosas Arrows die Vorderradaufhängung, und er schlug in die Reifenstapel ein. Zur selben Zeit endete auch das Rennen von Eddie Irvine, der sich von der Strecke drehte. Das Safety-Car rückte aus, und nach Runde zehn wurde wieder gerennt (Quellen 2, 3, 4).

McLaren-Debakel: Coulthard und Häkkinen fallen aus

Kurz nach dem Neustart wurde Coulthard langsamer. Atlas F1 berichtete von einem Problem mit der Pneumatik. Er kam an die Box, fuhr noch einmal los und stellte nach elf Runden ab (Quelle 3). Häkkinen führte das Rennen bis Runde 18 an. Dann ging sein Motor in einer Ölwolke kaputt (Quelle 3). Offiziell ist bei beiden McLaren-Piloten ein Motorschaden als Ausfallgrund vermerkt.

Damit übernahm Schumacher die Führung. Laut Wikipedia hatte er da schon 16,5 Sekunden Vorsprung auf Frentzen (Quelle 2). Weil Mercedes-Motoren die Favoriten aus dem Rennen nahmen, wurde der Auftakt in Melbourne für den Weltmeister zum Fehlstart.

Boxenstrategie: Frentzens Pech und Barrichellos Zwei-Stopp-Plan

Schumacher fuhr nur einen Boxenstopp. Er kam in Runde 30 herein und reihte sich als Dritter hinter Frentzen und Barrichello wieder ein, knapp vor Jarno Trulli (Quellen 2, 3). Frentzen führte nun für Jordan, doch sein eigener Stopp in Runde 36 lief schief. Der Tankstutzen ließ sich nicht richtig ansetzen, und das Auto kam zu früh vom Wagenheber herunter (Quelle 3). Er fiel weit zurück und blieb nach 39 Runden mit einem Hydraulikdefekt stehen. Trulli war schon nach 35 Runden mit Motorschaden ausgeschieden. Laut Wikipedia war ein gebrochener Auspuff die Ursache (Quelle 2). Für Jordan war es so ein Rennen ohne Punkte, obwohl beide Autos lange in den Punkterängen lagen.

Barrichello steckte lange hinter Frentzen fest. Ferrari stellte ihn deshalb auf zwei Stopps um. Er tankte in Runde 33 nur wenig nach und war mit dem leichten Auto deutlich schneller als sein Teamkollege. Wikipedia nennt rund zwei Sekunden pro Runde (Quellen 2, 3). Am Ende von Runde 44 ließ Schumacher ihn vorbei, damit er Abstand zu Ralf Schumacher herausfahren konnte (Quelle 3). Nach Barrichellos kurzem Nachtankstopp in Runde 46 lag Michael Schumacher wieder vorn. Er gewann laut Wikipedia mit 11,415 Sekunden Vorsprung (Quelle 2).

Ausfälle und Disqualifikation: Salo verliert Platz sechs

Im Ziel kamen nur neun Fahrer in die Wertung. Weitere wichtige Ausfälle:

  • Jos Verstappen, Arrows: Aufhängung, nach 16 Runden
  • Jean Alesi, Prost: Hydraulik, nach 27 Runden. Er war nach einem Motorproblem aus der Boxengasse gestartet (Quelle 2).
  • Gastón Mazzacane, Minardi: Getriebe, nach 40 Runden
  • Pedro Diniz, Sauber: Kraftübertragung, nach 41 Runden
  • Jenson Button, Williams: Motor, nach 46 Runden auf Rang sechs liegend (Quelle 3)

Mika Salo überholte in der Schlussphase Ricardo Zonta und sah im Sauber als Sechster die Zielflagge. Stunden nach dem Rennen wurde er disqualifiziert. Die Technischen Kommissare beanstandeten den Frontflügel, weil er in einen Bereich zwischen den Bargeboards und den Vorderrädern ragte, in dem nichts sein durfte (Quellen 3, 4). Zonta rückte dadurch auf Platz sechs vor.

Gewinner und Verlierer beim GP Australien 2000

Gewinner: Ralf Schumacher fuhr von Startplatz elf auf das Podium und gewann damit acht Plätze. Atlas F1 hob hervor, dass es der erste Podestplatz für BMW war (Quelle 3). Je zehn Plätze machten Zonta und Gené gut. Gené kam trotz der Kollision in der ersten Runde mit einer Runde Rückstand als Achter ins Ziel. BAR holte nach einer Debütsaison ohne Punkte die ersten Zähler seiner Geschichte (Quellen 3, 4). Jacques Villeneuve wurde Vierter, Zonta Sechster. Dazwischen landete Giancarlo Fisichella als Fünfter für Benetton.

Verlierer: McLaren verlor mit Coulthard 17 und mit Häkkinen 16 Plätze. Auch Jordan blieb trotz der Startplätze fünf und sechs ohne Punkte. Jaguar musste beim Debüt beide Autos früh abstellen (Quelle 2).

WM-Stand 2000 nach Melbourne und Einordnung

Nach dem ersten Rennen führte Michael Schumacher den WM-Stand 2000 mit 10 Punkten an. Dahinter lagen Barrichello mit 6, Ralf Schumacher mit 4, Villeneuve mit 3, Fisichella mit 2 und Zonta mit 1 Punkt. Bei den Konstrukteuren hatte Ferrari 16 Punkte. Es folgten Williams und BAR mit je 4 sowie Benetton mit 2. McLaren ging leer aus.

Für Michael Schumacher war es laut Wikipedia der 36. Grand-Prix-Sieg und der erste in Australien, und zwar im zehnten Anlauf (Quelle 2). Barrichello fuhr bei seinem Ferrari-Einstand auf Rang zwei und erreichte damit erneut sein bestes Karriereergebnis (Quelle 2). Neben Button gaben auch Heidfeld und Mazzacane hier ihr Formel-1-Debüt (Quelle 4). McLaren war im Qualifying überlegen gewesen. Das Rennen zeigte aber, dass Ferrari das zuverlässigere Paket hatte.

Das Rennen in Zahlen

Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).

Positionsverlauf

Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.
1102030405058RundeMSCBARSCHVILFISZONWURMarc GenéHEIBUT

Gewonnene und verlorene Plätze

Quellen

Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite

  1. Ergebnis und Daten GP Australien 2000 – formel-1-livestream.de
  2. 2000 Australian Grand Prix – Wikipedia
  3. The Australian GP Review – Atlas F1 / Autosport
  4. 2000 Australian Grand Prix – Formula One History

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