Rückblick · erstellt am · Rennen vom 17. Oktober 1999

GP Malaysia 1999: Schumacher-Comeback ebnet Irvine den Weg

Eddie Irvine gewann den ersten GP Malaysia vor Michael Schumacher, der Mika Häkkinen ausbremste. Irvine reiste mit vier Punkten Vorsprung zum Finale.

Start-Ziel-Gerade und Tribünen der Strecke Sepang International Circuit in unserer 3D-Umgebung, ohne Fahrzeuge
Bild: Szene aus unserer 3D-Wiedergabe

Mit KI erstellt auf Basis unserer Renndaten · verantwortlich: Markus Ochmann

GP Malaysia 1999: Irvine siegt, Schumacher als perfekter Helfer

Eddie Irvine gewann den ersten Großen Preis von Malaysia vor seinem Ferrari-Teamkollegen Michael Schumacher. Mika Häkkinen wurde im McLaren Dritter. Entschieden wurde das Rennen von Schumacher, der bei seinem Comeback das schnellste Auto auf der Strecke fuhr. Er gab die Führung zweimal an Irvine ab und hielt Häkkinen immer wieder auf. Alle Zahlen zum Rennen findest du auf unserer Rennseite GP Malaysia 1999.

Premiere in Sepang: Schumachers Rückkehr mit Pole-Position

Der Sepang International Circuit bei Kuala Lumpur war für alle Teams Neuland. Zum ersten Mal fuhr die Formel-1-WM in Malaysia, und das im vorletzten Lauf einer offenen Titelentscheidung. Für Gesprächsstoff sorgte vor allem Schumacher. Er hatte sich beim GP Großbritannien das Bein gebrochen und fehlte seitdem. In Sepang kehrte er zurück und holte die Pole-Position. Laut Wikipedia und Autosport war er mit 1:39,688 Minuten fast eine Sekunde schneller als Irvine.

Schumacher selbst ging es nicht mehr um den Titel. Seine Aufgabe war klar: Irvine sollte Ferrari den ersten Fahrertitel seit 1979 holen. Autosport sprach von einer „goldenen Gelegenheit“ für den Nordiren. Laut Wikipedia war es heiß, bewölkt und trocken.

Rennverlauf: Teamorder in Runde 4 und Coulthards Angriff

Schumacher behielt am Start die Führung. Für Damon Hill war das Rennen dagegen schon nach zwei Kurven vorbei: Nach dem Bericht von AtlasF1 rammte ihn Giancarlo Fisichella im Benetton, und Hills Jordan schied ohne eine einzige gefahrene Runde aus.

Vorne setzte Ferrari den Plan schnell um. Ab Runde 4 führte Irvine, nachdem Schumacher Platz gemacht hatte. Danach hielt Schumacher die beiden McLaren auf. David Coulthard wollte sich das nicht gefallen lassen. Er drängte sich an Schumacher vorbei und beschädigte dabei laut AtlasF1 und Autosport Schumachers Ferrari. Anschließend jagte der Schotte Irvine um die Führung. Nach 14 Runden war die Jagd vorbei: Coulthard stellte seinen McLaren mit zu niedrigem Benzindruck ab. Damit fehlte Häkkinen der Teamkollege, der Ferraris Taktik hätte durchkreuzen können.

Boxenstopp-Strategie: Wie Schumacher Häkkinen ausbremste

Die entscheidenden Züge machten die Teams beim Nachtanken. Laut AtlasF1 stoppte Schumacher trotz der weicheren Reifen nur einmal, Irvine und Häkkinen dagegen zweimal. Vor der ersten Stoppserie erhöhte Schumacher das Tempo, damit er vor Häkkinen blieb. McLaren pokerte und tankte Häkkinen nur zur Hälfte voll, damit er vor dem Ferrari auf die Strecke zurückkam. Laut grandprix.com und Wikipedia ging das nicht auf. Schumacher blieb vorne, hielt den Finnen wieder auf, und Irvines Vorsprung wuchs.

Die Führungswechsel zeigen das Muster deutlich. Während der Stopps übernahm Schumacher die Spitze in den Runden 26 bis 28 und erneut ab Runde 42. Nach Irvines zweitem Stopp kam Häkkinen nach seinem eigenen zweiten Halt nur als Vierter hinter Johnny Herbert auf die Strecke zurück. Er überholte den Stewart und holte sich Platz drei. Ab Runde 53 führte wieder Irvine, denn Schumacher ließ ihn ein zweites Mal vorbei. Diesmal ging es um den Sieg.

Irvine gewann laut AtlasF1 mit 1,040 Sekunden Vorsprung. Er lobte seinen Teamkollegen mit den Worten: „Not only is Michael the best Number One driver – he is also the best Number Two.“ Schumacher räumte ein, er hätte gern gewonnen, es hätte bei diesem WM-Stand aber keinen Sinn ergeben. Häkkinen sprach nach dem Rennen vom „hardest race of my life“.

Ausfälle beim GP Malaysia: Nur die Hälfte kam ins Ziel

Von 22 gemeldeten Autos sahen nur elf die Zielflagge. Die wichtigsten Ausfälle:

Gewinner und Verlierer: Frentzen, Gené und die Stewart-Piloten

Die meisten Plätze machte Marc Gené gut. Er kam im Minardi von Startplatz 19 auf Rang neun, zehn Positionen weiter vorne. Heinz-Harald Frentzen startete nur als 14. und holte als Sechster doch noch einen Punkt. Je acht Plätze gewannen er und Jean Alesi, der den Sauber von Rang 15 auf Platz sieben fuhr. Alessandro Zanardi kam im Williams als Zehnter mit einer Runde Rückstand ins Ziel.

Stewart zeigte eine starke Leistung: Herbert wurde Vierter, Rubens Barrichello Fünfter. Laut AtlasF1 brachte Herbert seine Einstoppstrategie den Vorteil gegenüber Barrichello, der zweimal an die Box kam. Herbert hatte zuvor den GP Europa gewonnen. Benetton blieb dagegen ohne Punkte. Alexander Wurz wurde Achter, Fisichella lag am Ende vier Runden zurück.

Die Verlierer waren Coulthard und Hill: Der Schotte verlor nach Startplatz drei 13 Positionen, Hill nach Startplatz neun zwölf.

WM-Stand 1999 nach Malaysia: Irvine führt vor dem Finale

Mit dem Sieg übernahm Irvine die Führung im WM-Stand 1999. Er hatte jetzt 70 Punkte, Häkkinen 66. Frentzen (51) und Coulthard (48) hatten vor dem letzten Rennen keine Chance mehr auf den Titel. Michael Schumacher rückte mit 38 Punkten auf Rang fünf vor. Auch bei den Konstrukteuren lag Ferrari mit 118 Punkten vorne, vier Zähler vor McLaren mit 114.

Ruhig blieb es trotzdem nicht. Nur wenige Stunden nach dem Rennen wurden beide Ferrari disqualifiziert, weil ihre Bargeboards (die seitlichen Luftleitbleche) nicht dem Reglement entsprachen. So hätten Häkkinen und McLaren beide Titel sicher gehabt. Einordnung: Ferrari legte Berufung ein. Das FIA-Berufungsgericht in Paris erklärte die Autos für legal und gab Ferrari Sieg und zweiten Platz zurück. Nach Ansicht des Gerichts waren die Messgeräte der Kommissare nicht genau genug, um einen Verstoß nachzuweisen. Der Titel wurde damit beim GP Japan entschieden. Irvines Sieg in Sepang sollte der letzte seiner Karriere in der Formel 1 bleiben.

Das Rennen in Zahlen

Grafiken und Tabellen aus unserer Datenbank (amtliches Ergebnis, Rundendaten).

Positionsverlauf

Platz jedes Fahrers am Ende jeder Runde; farbig die ersten zehn im Ziel.
1102030405056RundeEddie IrvineMSCMika HäkkinenJohnny HerbertBARHeinz-Harald FrentzenJean AlesiWURMarc GenéAlessandro Zanardi

WM-Stand vorher und nachher

PlatzFahrervorherPunkte
1Eddie Irvine2 (60)70
2Mika Häkkinen1 (62)66
3Heinz-Harald Frentzen3 (50)51
4David Coulthard4 (48)48
5Michael Schumacher6 (32)38
6Ralf Schumacher5 (33)33
7Rubens Barrichello7 (19)21
8Johnny Herbert9 (12)15
9Giancarlo Fisichella8 (13)13
10Mika Salo10 (10)10

Quellen

Amtliches Ergebnis auf unserer Rennseite

  1. Ergebnis und Daten GP Malaysia 1999 – formel-1-livestream.de
  2. 1999 Malaysian Grand Prix – Wikipedia
  3. Eddie Irvine Wins - Malaysian GP – AtlasF1
  4. Malaysian GP 1999 – grandprix.com
  5. Grand Prix Gold: Malaysia 1999 – Autosport

Weitere News

Alle News